„Gin Rommé“ eröffnet mit viel Beifall die Saison

Grausam und komisch: Ellen und Holger Schwiers über das Altwerden.

Geschwisterpaar Ellen und Holger Schwiers brillieren in Seesen und sorgen für reichlich Gelächter

Viele Emotionen beim Theaterauf­takt am Dienstagabend in der Aula im Schulzentrum: Mit „Gin Rommé“ durften Ellen und Bruder Holger Schwiers in dem Zwei-Personen Stück zwei starke Senioren spielen. Weller Martin (Holger Schwiers) und Fonsia Dorsey, alias Ellen Schwiers, leben in einem Seniorenheim. Während Martin sich weigert, den Gepflogenheiten des Heimattages beizuwohnen, arrangiert sich Fonsia. Sie akzeptiert ihr Leben und fühlt sich im Heim gut versorgt – bis sie auf Weller trifft. Er hat keinerlei Scheu, die Dinge bei Namen zu nennen und schockiert mit seinen Aussagen nicht nur Fonsia. Außerdem scheint er besessen von einem Spiel namens Gin Rommé. Als sich herausstellt, dass sie dieses durch Glück oder Können wirklich gut beherrscht und stets gewinnt, verliert Weller Martin seine Beherrschung. Und von Runde zu Runde öffnet sich der Abgrund zwischen Altwerden und der Akzeptanz des Alterns immer weiter.
Mit Wortwitz und dem Mut, die Dinge beim Namen zu nennen, schafft Autor Donald Coburn ein Stück, das grausam, ehrlich und komisch zugleich ist. Indem er sich intensiv auf nur zwei Personen konzentriert, wirken ihre Charaktere real und absolut menschlich. Zugleich wird das in der heutigen Zeit empfindliche Thema der Veralterung in der Gesellschaft und ihre Folgen kritisiert und öffentlich gemacht.
Mit viel Gelächter kam „Gin Rommé“ beim Seesener Publikum gut an. Es gab lang anhaltenden Applaus vor nahezu ausverkauftem Haus. Die Premiere zur neuen Theatersaison darf als vollauf gelungen bezeichnet werden.