Gitarrenspiel löst Nachbarschaftsstreit aus

50-Jähriger Bilderläher wegen Bedrohung mit der Machete zu Geldstrafe verurteilt

Weil er seinen Wohnungsnachbarn mit dem Messer bedroht hatte und ihm auch verbal den Tod angedroht hatte, wurde ein 50-Jähriger Bilderläher am Mittwoch vor dem Amtsgericht Seesen zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt. Der Vorfall hatte sich am 7. April dieses Jahres in einem Mehrfamilienhaus in Bilderlahe ereignet.

In den Mittagsstunden des besagten Sonntags hatte der Angeklagte, ehemaliger Leiter von Kindertagesstätten in Seesen und Goslar, in seiner Wohnung E-Gitarre gespielt. Seine Frau, bereits die dritte Ehefrau des Angeklagte hatte dazu gesungen. Dieses musikalische Vorspiel störte den unter dem Angeklagten wohnenden 56-jährigen Wohnungsnachbarn so sehr, dass er auf klassische Art und Weise mit einem Besenstiel gegen die Decke pochte, um auf die (zu) laute Musik aufmerksam zu machen. Und das mehrfach, denn aufs erste Klopfen mit dem Besenstiel reagierte der Gitarrenspieler nicht.
Wohl aber auf die Wiederholung. Wutentbrannt klopfte er alsbald an der Wohnungstür des Zeugen. Als dieser die Tür öffnete, soll der Angeklagte ihn mit einem 50 Zentimeter langen Tai-Messer/Machete angegangen haben. Seine Drohung untermauerte er mit den Worten „Ich stech dich ab!“.
Dem 56-jährigen Opfer gelang es, die Wohnungstür vor dem Täter zu schließen und anschließend die Polizei zu informieren. Bei dem Täter wurde im Rahmen der Ermittlungen ein rund 50 Zentimeter langes Messer aufgefunden und auch sichergestellt.
Vor Gericht bestritt der Angeklagte die Tat. Er erklärte, dass die Musik nicht auffällig laut gewesen sei, es zwar ein heftiges Gespräch gegeben habe, es ansonsten aber nicht zu den geschilderten Bedrohungen gekommen sei.
Das Opfer, das wegen des Vorfalls noch immer aufgelöst war, und angab, panische Angst gehabt zu haben, schilderte die Bedrohung indes derart glaubhaft, dass ihm Richter Frank Rüger Glauben schenkte. Das auch, weil das Opfer das Messer gut beschreiben konnte und es von der Polizei sichergestellt wurde. Die Aussage befand der Richter als schlüssig und glaubhaft. Er habe sich nach der Tat in ärztliche und psychologische Behandlung begeben müssen.
Der Täter, der eine Vorbelastung wegen Geldwäsche in Husum eingetragen hat, bestritt die Tat vollends. Er meinte, dass hier Aussage gegen Aussage stehe und er daher freigesprochen werden müsse. Mit dieser Sicht der Dinge lag er am Ende falsch, mit den zu zahlenden 450 Euro ist er aber wohl noch milde davon gekommen.