Graue Zellen auf Trab halten

Gruppenleiterin Christiane Berndt (rechts) mit Teilnehmern des Gesprächskreises.

Bereits seit zehn Jahren gibt es den Gedächtnisgesprächskreis des Paritätischen in Seesen

Die meisten Menschen wollen bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit möglichst alt sein und werden.

Geistige Fitness und ein gutes Gedächtnis sind im Alter von großer Bedeutung. Die Angst davor, dass das nachlassende Gedächtnis krankheitsbedingt sein könnte, also eine dementielle Erkrankung dahinter steckt, beschäftigt viele Menschen, die sich mit dem Älterwerden auseinandersetzen.
„Lebenslängliches Lernen und die tägliche, regelmäßige Inanspruchnahme und Forderung unseres Gedächtnisses sind die wirksamste Demenzprophylaxe“, sagt Christiane Berndt vom Paritätischen Sozialzentrum Seesen. Die zertifizierte und erfahrene Gedächtnistrainerin (BVGT) leitet den Gedächtnisgesprächskreis, den es seit mittlerweile zehn Jahren gibt.
Neurowissenschaftler hätten nachgewiesen, dass bis ins hohe Alter neue neuronale Verknüpfungen gebildet werden können. Das Lernen und vor allem Neues erlernen sei bis zum Lebensende möglich. Mann oder Frau müsse es eben nur tun, sich ausreichend Zeit nehmen und Gelerntes häufiger wiederholen.
„Ein altes Sprichwort lautet ‘Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr’, doch den neuen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge stimmt diese Aussage nicht“ erläutert Christiane Berndt. Im Gegenteil, 80-jährige Menschen könnten noch den Umgang mit dem Computer und dem Smartphone oder eine neue Sprache erlernen und sich neue Wissensgebiete erschließen. Voraussetzung sei allerdings, dies auch wollen, sich etwas zuzutrauen und offen für Neues zu bleiben.
Neugier und soziale Kontakte, Gespräche mit Anderen, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und geistige Aktivierung durch Gedächtnistraining, seien beste Voraussetzungen für lang andauernde geistige Fitness.
Das Ganzheitliche Gedächtnistraining nach dem Konzept des Bundesverbandes für Ganzheitliches Gedächtnistraining (BVGT) umfasst neu Trainingsbereiche und bezieht Körper, Seele und Geist mit ein. Trainingsbereiche sind: Wortfindung, logisches und assoziatives Denken, Strukturieren, Langzeitgedächtnis, Merkfähigkeit, Konzentration, Denkflexibilität, Fantasie und Kreativität.
„Die Aufmerksamkeit ist das Tor zum Gedächtnis, es gibt viele Tipps und Tricks für den Alltag, um den Geist fit und wach zu halten“, weiß Christiane Berndt.
Die Gruppenstunden sollen den sozialen Kontakten der Teilnehmer/innen dienen, gemeinsame Gespräche und Kurzdiskussionen sind Bestandteile des Konzeptes. Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen, immer donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr im evangelischen Kirchenzentrum Seesen. Die Teilnehmer erhalten Aufgaben für zuhause und Übungsanregungen, die im Alltag verankert werden sollten – das alles ohne Leistungsdruck, in entspannter Atmosphäre, mit viel Spaß und Freude, nach dem Motto: Das gemeinsame Tun ist entscheidend, nicht das Ergebnis. Jeder so gut, so viel und so schnell er kann. In jeder Stunde werden unterschiedliche Übungen aus den verschiedenen Trainingsbereichen angeboten.
Wer Interesse an einer Probestunde hat oder sich weiter informieren möchte, wird gebeten, sich im Paritätischen Sozialzentrum Seesen bei Claudia Reichardt, Telefon (05381) 948062, oder Christiane Berndt unter (05381) 948064, zu melden.