Großartiges Konzert des „Vistula String Quartets“

 

Lions Club Seesen-Osterode holt Internationales Musikfest Goslar-Harz nach Seesen

Weit über 100 Gäste fanden am Donnerstag trotz brütender Sommerhitze den Weg ins Bürgerhaus, wo zum ersten Mal in Seesen ein Konzert des Internationalen Musikfestes Goslar stattfand, welches nunmehr bereits im neunten Jahr in und um Goslar veranstaltet wird.
Und die Konzertbesucher wurden dafür reich belohnt! Die vier jungen Damen des „Vistula String Quartet“ ließen ihre Zuhörer im Geiste schweben, erbeben und träumen und verwandelten diesen Abend in etwas ganz Besonderes.
Das Konzert wurde betreut vom Lions Club Seesen-Osterode. Die Damen hatten wie üblich mit viel persönlichem Einsatz ein leckeres Gourmet-Buffet für die Konzertbesucher hergerichtet und verwöhnten auch vor der Aufführung und in der Pause mit Prosecco und kalten Getränken. Während der Erlös der Konzertkarten die Kosten der Veranstaltung und das bescheidene Honorar der Künstlerinnen sichern soll, wird der Erlös des Buffets dem Projekt „Klassik im Klassenzimmer“ zu Gute kommen, bei dem auch in den fünf Schulen Seesens junge Künstler in die Klassen gehen und zusammen mit den Schülern Projekte rund um die klassische Musik durchführen (der „Beobachter“ berichtete). Eine erste Schulstunde von „Klassik im Klassenzimmer“ ist übrigens bereits für den 2. September in der Sehusaschule fest geplant.
Doch zurück zu diesem bezaubernden Abend: Zunächst begrüßte Hannelore Holz­grae­fe , die Präsidentin des Lions Clubs, die Konzertbesucher, unter ihnen Bürgermeis­ter Hubert Jahns und Governorin für Lions Niedersachsen, Edith Klein, aber auch die beiden Bürgermeisterkandidaten für Seesen, Hanna Kopischke und Erik Homann. Sie bedankte sich bei Dagmar Grasemann, der Initiatorin des Musikfestes Goslar-Harz, dass sie dieses Konzert nach Seesen geholt hat, und stellte die Ziele des Projektes „Klassik im Klassenzimmer“ noch einmal heraus. Sie schloss mit einem Zitat Schuberts: „Wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden.“
Danach bedankte sich Dagmar Grasemann beim Lions Club für die große Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung und lenkte ihrerseits die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die vielen Konzerte des Internationalen Musikfestes, die in den nächsten Tagen bis zum 2. September in den unterschiedlichsten Veranstaltungsräumen in Goslar und im Landkreis stattfinden werden (eine ausführliche Übersicht findet sich unter www.musikfest-goslar.de )
Dann stellten sich die Musikerinnen des „Vistula-String Quartet“ aus Krakau vor, und die Klänge von Franz Schuberts Quartett-Satzes c-Moll D703 füllten den Raum!
In souveränem harmonischen und überzeugendem Spiel brachten die vier jungen Künstlerinnen den Bürgersaal zum Klingen und brillierten in Szymanowskis Streichquartett Nr. 2op 56, einem äußerst anspruchsvollen Werk des polnischen Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts.
Beginnend mit zart im Raume schwebenden Feen­klängen, steigerten sich die Melodien hin zu furiosen Höhepunkten, um wie in sanften Nebelschwaden wieder zu vergehen. Das Werk Szymanowskis, der von 1882 bis 1937 in Polen lebte, wird manchmal auch als polnischer Impressionismus bezeichnet. Inspiriert von Ravel und Strawinski, bewegt sich seine Musik am Rande der Tonalität. Dennoch wurden seine Werke in ganz Europa und auch den USA aufgeführt.
Unter minutenlangem Applaus gingen die Musikerinnen in die wohlverdiente Pause, und auch die Konzertbesucher konnten sich am Buffet der Lions-Damen erfrischen, wäh­rend man vergeblich versuchte, durch die weit geöffneten Fenster etwas Abkühlung zu finden.
Nach der Pause folgte ein wunderschönes Werk von Johannes Brahms, nämlich das Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2 aus dem Jahre 1873. Allegro non tropo, Andante moderato, Allegretto vivace und Allegro non assai als Finale wurden von den vier jungen Künstlerinnen in bewundernswerter Harmonie und Melodiosität dargebracht, obwohl das Werk nicht an die Genialität Szymanowskis herankam.
Erstaunlich war, welch ein Klangvolumen diese jungen Musikerinnen in ihrem unerschrockenen, überzeugenden und souveränen Spiel auf die Bühne brachten. Gefördert vom Apollon Musagèt Quartett, wird man in Zukunft sicherlich noch einiges von ihnen hören.
Ein begeisterter Applaus belohnte schließlich das „Vistula String Quartet“ und entließ die Gäste in eine warme Sommernacht.
Insgesamt war dieses erste Kammer-Konzert des Internationalen Musikfestes Goslar-Harz in Seesen ein gelungener Auftakt und wird hoffentlich im nächsten Jahr seine Fortsetzung finden. Auch dann werden die Damen des Lions Clubs Seesen-Osterode wieder zur Stelle sein, um Künstler und Besucher aufs Beste zu verwöhnen.