Großraumtransporter aus dem Verkehr gezogen

Einsatzleiter Jürgen Kannengießer im Dienstwagen auf dem Parkplatzareal unterwegs. Seine Bilanz: „Erschreckend!“ (Foto: Jung)

Polizei verhindert möglicherweise folgenschweren Unfall / Länderübergreifende Kontrolle auf BAB-Parkplatz

Seesen / Ildehausen (bo). Am 13. und 14. Oktober wurden Fahrzeuge des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs sowie des Individualverkehrs auf dem BAB-Parkplatz Schwalenberg – beide Richtungsfahrbahnen – im Bereich Seesen-Ildehausen geleitet und dort umfangreichen Kontrollen unterzogen. Diese Kontrollen fanden anlässlich eines länderübergreifenden Kontrolltages unter Beteiligung der Länder Niedersachsen, Hessen und des Freistaates Thüringen statt. 100 Beamte waren im Einsatz und überprüften insgesamt 283 Lkw / Sattelzüge und 223 Pkw. Hierbei wurden erhebliche Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht festgestellt. Von den 145 Verfehlungen ragte eine ununterbrochene Lenkzeit von 15 Stunden heraus. Wegen diverser Überladungen und Ladungssicherungsmängel mussten 20 Lkw-Fahrer Zwangspausen einlegen, bis die Mängel beseitigt waren. Sechs abgefahrene Reifen (die Karkasse war sichtbar) eines Sattelaufliegers mussten von einem Reifendienst vor Ort gewechselt werden. Den litauischen Fahrern von zwei Großraumtransportern mit Überbreite und Höhenüberschreitung konnte an der Kontrollstelle die Weiterfahrt untersagt werden. Beide Schiffstransporte fuhren entgegen der vorhandenen Genehmigungen verbotswidrig auf der BAB 7. Hätten die Beamten diese Großraumtransporter nicht angehalten, wären diese in den Baustellenbereich des sechsspurigen Ausbaus zwischen der Anschlussstelle Bockenem und dem Autobahndreieck Salzgitter gefahren. Die Folgen wären unabsehbar gewesen, da hier die Fahrbahnbreiten und Brückenhöhen eingeschränkt sind.
Innerhalb der Kontrolle konnte ein entwendeter Pkw festgestellt werden. Der Fahrzeugführer gab an, diesen Pkw gerade erst für einen stattlichen Betrag erworben zu haben. Das Geld wird er wahrscheinlich nicht wiedersehen.
Zusätzlich konnte durch die Einsatzbeamten eine Person festgestellt werden, für die ein Untersuchungshaftbefehl bestand. Auf Anordnung des diensthabenden Richters vom Amtsgericht Seesen wurde die Person der Justizvollzugsanstalt zugeführt.
Auch die eingesetzten Zollbeamten wurden fündig, sie konnten einige Steuertatbestände feststellen.
Der Einsatzleiter der Großkontrolle, Erster Polizeihauptkommissar Jürgen Kannengießer (Chef der Autobahnpolizei Hildesheim) sprach von einer „ernüchternden Bilanz“. Nach wie vor sei die Zahl der Verstöße im Schwerlastverkehr erschreckend hoch. Daher seien derartige Kontrolle nach wie vor erforderlich.