Grüne fordern Baumschutz-Satzung

Die jüngsten Baumfällaktionen, hier in der Zimmerstraße, haben für Diskussionen gesorgt: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadrat fordert gegebenenfalls Ausgleichsmaßnahmen.

Fraktion im Rat der Stadt will „nicht bevormunden, sondern Bewusstein schärfen“

Steinbühlstraße, Zimmerstraße, Am Markt, Gänse­-pforte... Straßen, die in den letzten Wochen durch ihre geplanten oder vollzogenen Baumfällungen Schlagzeilen machten. „Dabei manifestierte sich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck, dass in unserer Stadt oftmals zu leichtfertig mit alten Bäumen, unseren Schattenspendern, unseren Sauerstofflieferanten und nicht zuletzt unseren Begleitern durch lange Lebensabschnitte umgegangen wird. Davon zeugen die zahlreichen Anfragen von Seesener Einwohnern an Bündnis 90/Die Grünen im Seesener Stadtrat“, sagt Sven Ladwig von der Grünen-Fraktion im Rat.
Bereits am 6. Februar habe die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen daher den Antrag in den Rat eingebracht, die Verwaltung mit der Erarbeitung einer Baumschutzsatzung für das Stadtgebiet zu beauftragen. Dabei gehe es nicht darum, die Eigentümer von Bäumen auf privaten oder öffentlichen Grundstücken zu bevormunden und jegliches Fällen zu verhindern, sondern die Schwelle für das Abholzen gesunder Bäume zu erhöhen und damit auch das Bewusstsein für den Wert der jeweiligen Pflanze zu schärfen. „Dort, wo das Ab- holzen auf Grund anstehender Investitionen unumgänglich ist, sollen adäquate Ausgleichsmaßnahmen den Verlust der pflanzlichen Substanz wenigstens kompensieren“, betont Ladwig.
In der Ratssitzung vom 20. Februar sei der entsprechende Antrag in den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss verwiesen. Dort wird dann auch über dessen Annahme oder Ablehnung entschieden. „Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen erwartet mit Spannung, wie sich die Mehrheitsgruppe im Rat zu diesem Vorschlag stellt und wird die Öffentlichkeit weiter informieren“, teilte Sven Ladwig mit.