Grünen-Fraktion blickt hinter Zeitungskulissen

„Beobachter”-Redaktionsleiter Ulrich Kiehne (3. von links) hieß die Grünen-Fraktion im Archiv willkommen. Hier und beim anschließenden Rundgang durch das Zeitungshaus gab es vielfältige Informationen zur Tageszeitung. Ausgiebig wurde auch über die Berichterstattung diskutiert und es wurden Fragen rund um das Verlagswesen beantwortet. (Foto: Gebauer)

Besuch beim „Beobachter” / Redaktionsleiter Ulrich Kiehne berichtet über die aktuelle Entwicklung

Der 1875 gegründete Zeitungsverlag H. Hofmann GmbH & Co.KG, sprich der Seesener „Beobachter“ ist eines der ältesten Seesener Unternehmen. Die Lokalredaktion unter der Leitung von Ulrich Kiehne berichtet dabei täglich über das Stadt- und Landgeschehen in und um Seesen herum sowie aus den Regionen Bockenem, Bad Grund und Lutter.

Und natürlich spielt Politik und politische Berichterstattung trotz Internet, Fernsehen oder Radio noch immer eine große Rolle in dem „Printmedium“ Seesener Beobachter. Grund genug für Bündnis 90/Die Grünen, allen voran die Stadtratsmitglieder Sven Ladwig und Karl-Heinz Weidanz, ihrer Heimatzeitung einmal einen Besuch abzustatten.
Als Verlagsleiter wirkt Bernd Voß, drei festangestellte Redakteure und eine Volontärin berichten für den Lokalteil des Seesener „Beobachter“. Der überregionale Teil der Zeitung wird von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung übernommen beziehungsweise kommt aus dem Verlagshaus Madsack, welches noch 16 weitere Tageszeitungen wie zum Beispiel das Göttinger Tageblatt, die Einbecker Morgenpost oder das Gandersheimer Kreisblatt beliefert.
Neben der Redaktion bilden der Vertrieb, der Anzeigenverkauf die Technik und die Geschäftsstelle weitere Abteilungen im Zeitungshaus. Ulrich Kiehne führte seine sieben Gäste zusammen mit Volontärin Sylvia Gebauer erst einmal ins Archiv, wo unter dem Portraitgemälde des Verlagsgründers Heinrich Hofmann ein Blick in 70, 80, und gar 90 Jahre alte Seesener Zeitungsausgaben geworfen wurde.
Da die vier Berichterstatter unmöglich bei allen Sport-, Vereins- oder Politikveranstaltungen dabei sein können, ist der „Beobachter“ froh, auf freie Mitarbeiter zurückgreifen zu können. Zudem reichen Vereine und Institutionen Berichte ein, die von der Redaktion geprüft, redigiert, Korrektur gelesen und dann veröffentlicht werden. Redaktionsschluss ist dann ab 16 Uhr, an Sonntagen gegen 20 Uhr. Danach werden die Seiten einzeln und elektronisch nach Einbeck übermittelt, wo zuerst das Gandersheimer Kreisblatt, dann die Einbecker Morgenpost und anschließend der „Beobachter“ gegen 23 Uhr in den Druck gehen. Falls wichtige Berichte nach Redaktionsschluss, also zwischen 16 und 22 Uhr, noch „reinkommen“, oder ein Ereignis wie ein Großbrand, ein schwerer Unfall oder Ähnliches noch ins Blatt soll, können auch später noch Seiten nach Einbeck gesendet werden, so Kiehne.
Ist die Zeitung dann in der Nacht gedruckt, geht sie in den Vertrieb, das heißt ab 4 Uhr in der Früh sind die Zeitungsausträger dann an der Reihe.
Finanziell ist der Beobachter solide aufgestellt, die Zeitungsunternehmen stehen dennoch in einem schwierigen Transformationsprozess voller Herausforderungen, berichtete Ulrich Kiehne. Die Stadt Seesen und ihre Menschen könnten sich dennoch glücklich schätzen, dass man vor Ort noch eine eigene Zeitung vorweisen könne.
Ein Gang durch das Zeitungsgebäude und die Redaktionsräume rundeten den eineinhalbstündigen Besuch der Grünen dann ab. Im Anschluss begaben sie sich in das Restaurant Mamma Mia und hielten gemeinsam mit Gästen ihre Fraktionssitzung ab.