„Grundschulen zu echten Ganztagsschulen entwickeln“

SPD beschäftigt sich mit der Umwandlung der Seesener Bildungseinrichtungen / Städtebauförderungsprogramm im Blick

Die SPD-Stadtratsfraktion traf sich jetzt im Hotel „Zum Rathaus“ in Rhüden und hatte die SPD-Bürgermeisterkandidatin Hanna Kopischke zu Gast. In dieser Fraktionssitzung beschäftigten sich die Seesener Sozialdemokraten mit dem in Seesen seit einiger Zeit vermehrt diskutierten Thema „Umwandlung der Grundschulen in Ganztagsschulen“ und begrüßten die Aufnahme Seesens in das Städtebauförderungsprogramm.

Seesen (bo). Hanna Kopischke forderte in die Fraktion auf, sich für eine schnelle Umsetzung der Umwandlung der Grundschulen in Ganztagsschulen im Rat der Stadt einzusetzen.
Seit vielen Jahren setze sich die SPD landesweit für eine qualitative Verbesserung des Bildungsangebots ein. Die zentrale Forderung sei dabei, den Kindern mehr Zeit zum Lernen zu geben. Jedes Kind lerne individuell anders. Viel zu lange sei in Deutschland ein einheitliches Lernangebot Grundlage des Unterrichtens gewesen.
Pädagogen, Hirnforscher und Wissenschaft wüssten seit Langem, dass es verschiedene Angebote für die unterschiedlichen „Lernertypen“ geben muss, um den international üblichen Lernstandards gerecht zu werden. Hauptforderungen sind: Mehr Zeit zum Lernen und mehr individualisierte Angebote für Kinder und Jugendliche.
Dazu gibt es auch in Deutschland schon erprobte Konzepte, die bereits wissenschaftlich überprüft sind. Sie bringen generell höhere Lern­erfolge. Zauberwörter dieser Pädagogik sind zum Beispiel Wochenplanarbeit, Freiarbeit, differenzierte Lernangebote, Methodenwechsel, Wechsel von theoretischen Inputphasen und entdeckendem Lernen. „All dies“, so Hanna Kopischke, „verstehe ich unter einer Umgestaltung des Bildungsangebots in echte Ganztagsschulen.“ Damit sei sie sich mit vielen Eltern, Elternvertretungen und den Seesener Grundschulen einig.
Wenn es zu einer Neugestaltung der Seesener Grundschullandschaft in Richtung Ganztagsschulen kommen solle, so müsse auch eine inhaltliche, pädagogische Umgestaltung der Lehrpläne und des Tagesablaufs geschaffen werden. Eine verlängerte Betreuung über den Mittag hinaus mit überwiegend nicht pädagogisch vorgebildeten Ehrenamtlichen, könne dabei nicht das Ziel sein. Die Forderung geht eindeutig an das Land Niedersachsen. Hanna Kopischke: „Es muss mehr Lehrkräfte für die Ganztagsschulen geben; nur so erreichen wir eine echte Verbesserung des Lernangebots.“
Um das Lernen zu verbessern, sollten auch Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Erzieherinnen und Erzieher in das Konzept integriert werden. Hier stellt sich Hanna Kopischke eine Einbeziehung zum Beispiel der jetzigen Hortmitarbeiterinnen vor. Sie verfügen bereits über jahrelange Erfahrung im Betreuen von Kindern im Grundschulbereich. Dieses Stammpersonal kann und muss natürlich noch durch Ehrenamtliche unterstützt werden.
Nur so könne für die Schülerinnen und Schüler ein abwechslungsreiches Programm aus intensiven Lernphasen, unterbrochen von Spaß-, Spiel- und musischen, kreativen und sportlichen Angeboten entstehen. Das sei ein Konzept für eine Grundschule mit einem vollständigen Ganztagsangebot, so wie sich Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler es wünschen. Und für diese Form der Ganztagsschule wolle sich die SPD stark machen.
„Die Lehrkräfte muss das Land uns zur Verfügung stellen.“ Da ist sich Hanna Kopischke sicher. Personalkosten zahlt das Land, die benötigten zusätzlichen Sachkosten muss die Stadt Seesen zur Verfügung stellen. Dass dieses Konzept nicht ohne Mehrkosten zu schultern ist, da ist sich Hanna Kopischke mit der Stadtratsfraktion einig.
Einiges habe die Stadt ja schon zu bieten, wie etwa die Stunden der Mitarbeiterinnen im Hort der Stadt Seesen. Personal für die Mittagsverpflegung der Ganztagsschülerinnen und -schüler sei ein weiterer Kos­tenfaktor. Hier sei die Bundesregierung, zumindest was die schwächeren Seesener Familien angeht, mit ihrem Bildungs- und Teilhabepaket bereits in Vorleistung getreten. Kinder aus Familien, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II und XII beziehen, werden beim Mittags- und weiteren sportlichen, musischen Angeboten erheblich unterstützt. Diese Förderung könnte in das Angebot der Grundschulen einfließen, so die Ideen der Bürgermeisterkandidatin. Wenn dann auch noch die Landtagsabgeordneten Rudolf Götz und Petra Emmerich-Kopatsch mit ins Boot geholt werden können, so ist sich Hanna Kopischke sicher, „könnten wir in Seesen ein Vorzeigeobjekt zur vorbildlichen Grundschulerziehung auf die Beine stellen“.
An diesem Konzept an vorderer Stelle mitzuarbeiten, Arbeitskreise aus Eltern, Schulen, Kommunalpolitikern und interessierter Öffentlichkeit ins Leben zu rufen, dafür würde sich Hanna Kopischke gern zur Verfügung stellen, damit man an dieser Stelle keine Zeit verliereund sie persönlich nach der Wahl mit einem ausgereiften Konzept zur Seesener Grundschulpolitik ins Rathaus einziehen kann.
Ihre guten Kontakte zur Landespolitik hat Hanna Kopischke nach eigenen Angaben für dieses wichtige kommunalpolitische Thema eingesetzt. So konnte sie dem Seesener „Beobachter“ berichten, dass am Mittwoch, 11. Mai, um 10 Uhr der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Schostok, in Seesen sein werde. Er wird an einem Workshop teilnehmen, zu dem alle Seesener Grundschulen, Kindergärten und Eltern eingeladen sind. Dort können sie ihre Wünsche für eine gute Ganztagsgrundschule in die Diskussion einbringen.
„Die SPD-Fraktion begrüßt die Einbeziehung der Stadt Seesen in das Städtebauförderungsprogramm und wird sich für die Bereitstellung des Eigen­anteils in Höhe der Förderungssumme einsetzten“, so der Fraktionsvorsitzende Dietrich Krause.
Dabei sei der Fraktion klar, dass das auch für die Folgejahre gelten müsse, um so einen nachhaltigen städtebaulichen Nutzen zu erzielen. Forderung der Sozialdemokraten sei es, bei den jetzt aufzustellenden Planungs- und Sanierungszielen, bei der Sanierungssatzung und der Festlegung des Sanierungsgebietes sowie der Förderichtlinien die energetischen Maßnahmen bevorzugt zu berücksichtigen.