Gute Pflege für alle ermöglichen – ärztliche Versorgung sichern

Uwe Schwarz, Petra Emmerich-Kopatsch und Landrat Stephan Manke (von rechts) informierten im „Ratskeller“ und standen Rede und Antwort.

Uwe Schwarz, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, stand im Seesener „Ratskeller“ Rede und Antwort

In einer ausführlichen und fundierten Einleitung skizzierte der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz, stellvertretender Vorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Aufgabenstellung der nächsten Jahre. Er war auf Einladung der SPD im Landkreis Goslar im Seesener „Ratskeller“ zu Gast.
Der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften einerseits und der dramatisch wachsende Bedarf bei der mobilen und stationären Pflege in den nächsten Jahren sei, so Uwe Schwarz, eine Herausforderung, der sich niemand entziehen dürfe. Das Land Niedersachsen habe die niedrigsten Pflegesätze, was sich auf die Bezahlung und damit auch auf die Attraktivität des Pflegeberufs auswirke. Dabei dürfe auch nicht vergessen werden, dass zurzeit zwei Drittel der Pflegebedürftigen, die zu Hause wohnen, ausschließlich von Familienangehörigen gepflegt werden.
Eine zumindest teilweise Entlastung erfordere ebenfalls ein verbessertes Angebot von professioneller Pflege. Hier verwies die Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Kopatsch auf eine Initiative, die die SPD-Fraktion in Abstimmung mit den Betreibern von Alten- und Pflegeheimen im Goslarer Kreistag auf den Weg bringen werde. Ziel dieser Initiative sei es, so Emmerich-Kopatsch, Pflegehilfskräften die Weiterbildung zu Pflegefachkräften zu erleichtern. Angesichts der allgemeinen Lage sei dies nur ein erster, aber wichtiger Schritt dem Mangel an Pflegekräften entgegenzuwirken.
Eine notwendige Maßnahme, so Schwarz, sei beispielsweise auch die Entbürokratisierung bei der Kostenabrechnung. Es sei niemandem zu vermitteln, dass der Pflegedienst die bei einem einzigen Besuch erbrachten Leistungen einmal mit der Krankenversicherung – beispielsweise Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten – und einmal mit der Pflegeversicherung – Hilfe beim Ankleiden und Waschen – abrechnen müsse. Dies gehe eindeutig zu Lasten der Pflegenden und der zu Pflegenden.
Das Thema war weit gespannt und der Kreis der Teilnehmer ebenfalls. Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte waren auf der Diskussionsveranstaltung vertreten sowie der Pflegebereich durch Betreiber von Alten- und Pflegeheimen, Pflegekräfte, Ausbilder und Auszubildende. Dementsprechend vielfältig waren die Fragen, die in der anschlie­ßenden Diskussion an den Referenten gestellt wurden.
Vieles konnte nur angesprochen werden, so Fragen nach alternativen Wohnformen für ältere Menschen, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen von Pflegekräften in Altenheimen und Krankenhäusern oder die Kostenexplosion im Gesundheitswesen bei gleichzeitigem Mangel bei der hausärztlichen Versorgung.