„Haben große Sorge, dass sich transpower über Abstand hinwegsetzt!“

Die Hahäuser BI-Mitstreiter Jan W. Schut, Eckhardt Ohlendorf und Bernd Taufall (von links).
 
Für die Mitglieder der Bürgerinitiative des knapp 900-Seelen-Dorfes ist es eine Horrorvorstellung, dass die 380-kV-Höchstspannungsleitung Hahausen tangieren könnte.

Bürgerinitiative Hahausen „auf der Hut“

Nachdem das Raumordnungsverfahren in Sachen 380 kv-Höchstspannungsverbindung Wahle -Mecklar für den niedersächsischen Abschnitt eingeleitet worden ist (der „Beobachter“ berichtete, die Red.), können sich die Bürgerinnen und Bürger anhand der Verfahrensunterlagen mit der Planung vertraut machen. In der Samtgemeinde Lutter am Barenberge liegen die Materialien in der Zeit vom 14. Juni bis 26. Juli zu den bekannten Öffnungszeiten des Rathauses in Lutter aus. Der Vorhabensträger – „transpower“ – hat unter anderem folgende Unterlagen vorgelegt: „Erläuterungsbericht und allgemeinverständliche Zusammenfassung“, „Vorgelagerte Trassenfindung“, „Umweltverträglichkeitsstudie“, „Raumverträglichkeitsstudie“ und „Kartenband“ zur UVS und RVS.
Mit diesen Unterlagen wird sich auch und gerade der Vorstand der Bürgerinitiative Hahausen intensiv befassen und in Kürze die Einwohnerschaft zu einer Informationsveranstaltung zum Stand der Dinge in Sachen 380-kV-Höchstleistung einladen. Die BI Hahausen gehört zu jenen Organisationen, die sich überall in der Region gebildet haben, bestimmte Trassenführungen ablehnen beziehungsweise Erdverkabelung fordern, um die Belastungen für die Menschen und den Zerstörungsprozess an Natur, Umwelt und Landschaft so gering wie möglich zu halten.
Die Bürgerinitiative Hahausen hat in den vergangenen Wochen und Monaten mit anderen BIs kommuniziert und auch an einer Info-Veranstaltung des „e.on“-Nachfolgers „transpower“ teilgenommen, der bekanntlich in den Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren keine Erdverkabelungsabschnitte dargestellt hat. Eine Tatsache, die die Bürgerinitiativen, die in den Bereichen möglicher Trassenführungen vielfältige Aktivitäten freisetzen, massiv kritisiert haben.
Auch die BI Hahausen kritisiert die bisherige „Informationspolitik“ von „transpower“ und befürchtet mit Blick auf die den Bereich Hahausen betreffenden Trassenvarianten, dass sich der Projektträger – wie auch immer – über die 400-Meter-Abstand-Auflage hinwegsetzt und Freileitungen errichten könnte. Diese Befürchtung besteht nach Ansicht der BI auch nach der jüngsten Beteuerung der Landesregierung, sie bleibe bei ihrer Position, dass Freileitungen nicht näher als 400 Meter an die Wohnbebauung herangeführt werden dürften. Eckhardt Ohlendorf: „Wir bleiben da auf der Hut, bevor es möglicherweise zu spät ist!“
Zur Erinnerung: In einer Erklärung forderten die Samtgemeinde Lutter und ihre Mitgliedsgemeinden Hahausen, Lutter und Wallmoden noch zu Zeiten des Ex-Projektträgers „e.on“ „im Zusammenhang mit dem Bau der geplanten 380-kV-Leitung eine grundsätzliche Erdverkabelung. Die Auswahl der Trasse hat ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des geringsten Raumwiderstandes zu erfolgen. Wirtschaftliche Erwägungen der Energieversorgungsunternehmen haben hinter begründeten Interessen der Bevölkerung und des Naturschutzes zurückzustehen.“ – Ferner heißt es in der Erklärung: „Die Trassen in den östlichen Planungskorridoren der geplanten 380-kV-Leitungsverbindung Wahle – Mecklar lehnen die Räte der Samtgemeinde Lutter und der Gemeinden Hahausen, Lutter und Wallmoden aufgrund des erheblichen Raumwiderstandes ab. Trassen in diesen Planungskorridoren führen in den Orten der Gemeinden zu massiven Beeinträchtigungen von Siedlungsbereichen und der dort wohnenden Menschen sowie von Natur und Landschaft. Daher fordern die Gemeinden diese Planungskorridore aus dem anstehenden Raumordnungsverfahren herauszunehmen“.