„Haben keine Anleihen aus Griechenland!“

Dieter Brinkmann, Armin Gernhöfer und Wolfgang Keunecke bilden das Vorstandstrio der Volksbank Seesen. Im Hintergrund: Aufsichtsratvorsitzender Ewald Dobler.

Vorstandsmitglied Dieter Brinkmann über die geschäftliche Entwicklung der Volksbank

Dieter Brinkmann berichtete während der Vertreterversammung über die geschäftliche Entwicklung des Kreditinstitutes. Der Vorstand zeigte sich mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2011 zufrieden. Erfreut zeigte er sich über die Bilanzposition ‘Forderungen an Kunden’. „Wir können einen Zuwachs von 14 Millionen Euro nach Tilgung von 30 Millionen Euro verzeichnen und das bedeutet ein Neugeschäft von über 44 Millionen Euro. Wir haben eine gute Streuung nach Größenklassen und Branchen: 65 Prozent private und 35 Prozent gewerbliche Kredite“, so Brinkmann. „Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Gebrauchtimmobilien, Modernisierung und Renovierung, Photovoltaik und energiesparenden Maßnahmen.“ Nach wie vor ist das Zinsniveau niedrig. „Nutzen Sie es jetzt!“, appellierte er an die Anwesenden.
Bei den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sei der Bestandsabbau durch ein verstärktes Kreditgeschäft und die Rückzahlung von Refinanzierungen bei der DZ Bank geprägt. Die vorsichtige, jedoch nachhaltige Einlagenstrategie trage ihre Früchte. „Wir haben keine Aktien und Investmentfonds, keine Anleihen aus Griechenland oder Süd­europa und unsere Käufe tätigen wir vorwiegend in Festzinsanleihen mit guten Bonitäten“, wusste Brinkmann zu erläutern. Bei der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ erfolgte durch ein verändertes Anlageverhalten der Kunden aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus ein Rückgang um neun Millionen Euro. Stattdessen hat eine Umschichtung in chancenreichere Wertpapiere, besonders Garantiezertifikate, stattgefunden. „Erhebliche Ein­lagenabflüsse verzeichnen wir aufgrund von Erbfällen“, berichtete Brinkmann. Im traditionellen Einlagenbereich konnte die Volksbank das Volumen um zwei Millionen Euro steigern. „ Das Vermögen unserer Kunden bei unseren Verbundpartnern hat im vergangenen Geschäftsjahr fast 276 Millionen Euro erreicht.“
Brinkmann betonze, dass es vor allem die Steuervorteile und staatliche Zuschüsse sind, die die Kunden dazu bewegen, weiterhin auf Produkte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der R+V Kapitallebensversicherung und unseres Fondspartners Union Investment zurückzugreifen. „Das bei uns und über uns angelegte Vermögen unserer Mitglieder und Kunden hat nun 723 Millionen Euro erreicht“.
Gerade vor der Betrachtung, dass der DAX zum Jahresende 2011 um fast 15 Prozent zum Jahresbeginn nachgelassen habe, sei dies eine beachtliche Summe. Zufrieden zeigte sich Brinkmann auch mit der Ergebnissituation: Sie ist als stabil zu bezeichnen. „Natürlich stand das Zinsergebnis auch in 2011 unter dem Einfluss des anhaltend niedrigen Zinsniveaus, doch konnten die Zinserträge durch die erfreuliche Ausweitung der Kredite stabil gehalten werden“.

„Wir stehen wie ein Fels in der Brandung!“

Auch wenn im Wertpapiergeschäft ein leichter Rückgang zu registrieren sei, handele es sich bei der Ertragssituation um ein erfreuliches Ergebnis. Was den Verwaltungsaufwand betrifft, so erklärte der Nachfolger Detlef Kentlers, dass es sich bei dieser Position um eine Dauerherausforderung handele, die jedoch aufgrund der flächendeckenden Präsenz der Volksbank eG (18 Geschäftsstellen, sechs SB-Stellen in der Region) verursacht werde.
Besonderes Augenmerk widmete das neue Vorstandsmitglied dem Eigenkapital der Volksbank. Ab 2013 gelten die verschärften Eigenkapitalrichtlinien nach Basel III. Die Vorsorgereserven werden dann nicht mehr als Ergänzungskapital anerkannt. „Um den regulatorischen Anforderungen nachzukommen, haben wir unser Eigenkapital durch Umwidmung von Vorsorgereserven und Zuführung aus dem laufenden Geschäftsjahr weiterhin gestärkt“, erklärte Brinkmann Er prognostizierte: „Eine gute Eigenkapitalausstattung wird künftig für die geschäftlichen Aktivitäten unserer Volksbank noch wichtiger sein, da die Anforderungen sicherlich weiter verschärft werden“. Aber: „Wir stehen wie ein Fels in der Brandung!“ uk