Händel-Festspiele 2015

Heldinnen im Mittelpunkt

Frauenfiguren stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Internationalen Händel Festspiele Göttingen. Unter dem Motto „Heldinnen“ sind vom 14. bis 25. Mai insgesamt rund 100 Konzerte, Aufführungen und weitere Veranstaltungen mit insgesamt 550 Künstlern geplant, teilten die Initiatoren am Mittwoch mit. Erwartet werden rund 20.000 Zuschauer. Erstmals arbeiten die Festspiele mit den Göttinger Stummfilmtagen zusammen.

Die Stummfilme „Metropolis“ und „Nosferatu“ der 1920er Jahre werden im Deutschen Theater und in der evangelischen Johanniskirche mit Live-Musik erlebbar, hieß es. Im Zentrum der Festspiele stehe die Oper „Agrippina“, die unter der künstlerischen Leitung des Engländers Laurence Cummings sechsmal aufgeführt wird. Die Mutter des späteren römischen Kaisers Nero verfolgt in dem Werk rücksichtslos das Ziel, ihren Sohn an die Macht zu bringen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals ist das Oratorium „Theodora“, in dem die christliche Heldin Theodora und der römische Offizier Didymos in Zeiten der Christenverfolgung glaubensfest den Märtyrertod sterben. Das von der Klosterkammer Hannover geförderte Kinder- und Jugendprogramm „Händel 4 Kids“ bietet unter anderem Kinderkonzerte, Workshops, Führungen und Mitmach-Aktionen. Außer in Göttingen gibt es auch in Kirchen und Schlössern der Umgebung Aufführungen. Der öffentliche Kartenverkauf beginnt am 2. Februar. Schirmherr der Festspiele ist Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).
Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen wurden 1920 ins Leben gerufen. Sie gelten als das weltweit älteste Festival für Alte Musik. Seit 2006 verfügen sie mit dem Festspiel-Orchester Göttingen über ein eigenes Ensemble mit Musikern aus renommierten Orchestern aus aller Welt. In Halle, wo Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) geboren wurde, finden Händel-Festspiele seit 1952 jährlich statt.