Handtaschenräuber sitzen hinter Gittern

Zwei Seesener Jugendliche nach aufgeklärtem Raub in Justizvollzugsanstalten untergebracht

In den Abendstunden des 28. Juli diesen Jahres hielten sich zwei Jugendliche und ein Heranwachsender aus Seesen in Bad Gandersheim im Bereich des dortigen Bahnhofs auf. Die beiden Jugendlichen hatten zuvor verabredet, in Bad Gandersheim einen Handtaschenraub zu begehen. Als sie gegen 19.05 Uhr eine ältere Dame aus Salzgitter als Opfer ausgeguckt hatten, liefen sie hinter der Person her.
Einer der Jugendlichen versuchte, dem Opfer die Handtasche zu entreißen. Da das Opfer heftige Gegenwehr leistete und um Hilfe rief, wurde sie mit dem Kopf gegen eine dort befindliche Wand gestoßen. Leicht benommen ließ nun das Opfer die Handtasche los. Beide beschuldigten Täter flüchteten.
Der Heranwachsende hatte sich an der Tat nicht beteiligt, hatte aber ganz offensichtlich die Tat mitbekommen. Nach Angaben des Opfers befanden sich in der Handtasche neben einer größeren Bargeldsumme, Handys, Scheckkarten und diverse andere Gegenstände. Nach Eintreffen der Gandersheimer Polizei am Tatort, wurde aufgrund von Zeugenaussagen der Heranwachsende, der sich noch in Nähe des Tatortes aufhielt, zunächst zur dortigen Dienststelle verbracht.
Trotz intensiver Vernehmung, machte er keine Angaben über die Täter. Im Zuge der Ermittlungen wurde der Heranwachsende auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig in Seesen richterlich vernommen. Auch bei seiner richterlichen Vernehmung machte er keine Angaben zu den ihm bekannten Tätern.
Zudem widersprach er sich in seinen Angaben, so dass auf Antrag des vernehmenden Richters die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren gegen den Heranwachsenden einleitete. Dem Opfer wurde in Salzgitter eine Wahllichtbildvorlage vorgelegt. Hier erkannte sie eine Person wieder. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde bei dem Amtsgericht Braunschweig ein Durchsuchungsbeschluss der Wohnung der wiedererkannten Jugendlichen beantragt. Die Durchsuchung führte nicht zum Auffinden von Beweismitteln, der Tatverdächtige stritt eine Tatbeteiligung vehement ab. Die Vernehmung führte aber zu neuen Hinweisen auf einen beteiligten Jugendlichen. Der Jugendliche, einer der später ermittelten Täter, wurde daraufhin zur Dienststelle verbracht und vorläufig festgenommen.
Auch dieser Jugendliche stritt die Tat ab. Er musste nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig aufgrund mangelnder Beweise freigelassen werden. In der vergangenen Woche teilte ein Seesener Bürger mit, dass er bei Aufräumarbeiten hinter seinem Carport einen Rucksack aufgefunden habe, in dem sich eine Damenhandtasche befand. In der Damenhandtasche befand sich unter anderem auch der Ausweis einer älteren Dame. Die Überprüfungen ergaben, dass es sich bei der Handtasche um die Tasche die Raubopfers handelte. Da der Fundort der Tasche identisch mit dem Wohnort des einen Tatverdächtigen, der bereits schon einmal festgenommen worden war, handelte, wurde diese Person erneut der Dienststelle zugeführt und polizeilich vernommen.
Nach Vorlage der Handtasche gestand nun der beschuldigte Jugendliche die Tat ein. Er benannte auch den Mittäter. Auch dieser wurde zur Dienststelle geholt. Er stritt die Tat jedoch ab. Beide Personen wurden festgenommen und am  Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig dem Jugendrichter des Amtsgerichts Seesen vorgeführt. Der Richter erließ Haftbefehl gegen beide Personen, die in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten verbracht wurden.