Hanna Kopischke fordert Konzept für das Ehrenamt

Wilhelm Schmidt, Präsident des AWO-Bundesverbandes, referierte im Ratskeller über erhebliche Veränderungen beim freiwilligen Engagement und beim ehrenamtlichen Einsatz. (Foto: Jung)
 
Zahlreiche Vertreter von Seesener Vereinen und Verbänden sind der Einladung von Hanna Kopischke gefolgt. (Foto: Jung)

Bürgermeisterkandidatin lehnt Einführung von Hallenbenutzungsgebühr ab

Seesen (bo). Das von der SPD Seesen und ihrer Bürgermeisterkandidatin, Hanna Kopischke, am Mittwoch vergangener Woche im Seesener Ratskeller durchgeführte Fachgespräch zum Thema „Ehrenamt und Kommunalpolitik“ entfaltet offensichtlich eine nachhaltige Wirkung.
Der Referent, Präsident des AWO-Bundesverbandes, Wilhelm Schmidt, verwies in der Veranstaltung darauf, dass es erhebliche Veränderungen beim freiwilligen Engagement und beim ehrenamtlichen Einsatz gebe. Das traditionelle Ehrenamt gehe zurück, alte Ehrenamtsstrukturen seien an vielen Stellen eher hinderlich. Hier müsse ein Umdenken erfolgen. Vor allem aber brauche das Ehrenamt neben der öffentlichen Anerkennung vonseiten der öffentlichen Hand eine verlässliche Förderung. Zum Beispiel könnten mehrjährige Förderverträge helfen, die oft nicht zu verdrängenden Haushaltsprobleme zu überwinden.
Diese Ausführungen und andere Anregungen von Wilhelm Schmidt führten zu einer ausgiebigen Diskussion über die Förderung des Ehrenamtes in der Stadt Seesen unter den zahlreich erschienenen ehrenamtlich Tätigen, den Vertretern der Seesener Vereine und Verbände.
Der MTV-Seesen als größter Sportverein hat nunmehr die Bürgermeisterkandidatin, Hanna Kopischke, gebeten zur Einführung einer Hallenbenutzungsgebühr, der Nutzung der Sporthallen in den Ferien, zu den baulichen Mängeln in den Sporthallen, den defekten Sportgeräten, zur Unterstützung der Vereine bei der Platzpflege und zur zukünftigen Bezuschussung des Seesener Sports Stellung zu beziehen.
Nach Ansicht von Hanna Kopischke besteht gegenwärtig kein Gesprächsbedarf über die Hallenbenutzungsgebühr. Die Bürgermeisterkandidatin ist grundsätzlich gegen die Einführung einer Hallengebühr in den städtischen Sporthallen.
Gleichzeitig ist sie dafür, die Förderung in dem Bereich der Sportanlagen einer generellen Prüfung in Hinblick auf ein Gesamtkonzept zur Förderung des Sports und des Ehrenamtes insgesamt zu unterziehen, um beispielsweise die Frage zu klären, ob die Förderung der vereinseigenen Sportanlagen, der ungedeckten Sportstätten der Stadt und der Sporthallen in der heutigen Form den an sie gestellten Anforderungen entsprechen.
Die Nutzung der Turnhallen in den Ferien ist nicht nur ein personelles, sondern auch ein organisatorisches Problem. Hier möchte sie ansetzen. Hanna Kopischke: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass es unter Einbeziehung aller Ferien eines Jahres möglich sein müsste, wenigstens zeitweise in den großen Ferien die Hallen sportlich zu nutzen.“ Im Übrigen sollte man im Gespräch mit anderen Städten Anregungen sammeln.
Mängel an und in den Sporthallen waren ihr bisher nicht bekannt. Aufgrund der Anregungen des MTV Seesen werde sie sich für eine Verbesserung der Situation einsetzen. Eine Besichtigung vor Ort hat sie in diesem Zusammenhang der SPD-Ratsfraktion empfohlen. „Gegebenenfalls muss der Landkreis Goslar bei der ehemaligen Berufsschulhalle in die Pflicht genommen werden. Hier wird es auf die Vertragslage bei der Übernahme der Halle durch die Stadt Seesen ankommen“, erklärt Kopischke. Schon aus haftungsrechtlichen Bestimmungen ist es erforderlich, die Sportgeräte in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Erforderliche Mittel müssen zur Verfügung gestellt werden.
In dem von ihr eingeladenen Fachgespräch über das Ehrenamt im Ratskeller wurde über die Frage der freiwilligen Leistungen eingehend gesprochen. Projektförderung, institutionelle Förderung, Vertragsregelungen zur Absicherung von Planungen und Verlässlichkeit der Förderung waren einige Diskussionspunkte.
Um die Situation in den verschiedenen Vereinen und Verbänden zu erfassen, gehören nach Auffassung von Hanna Kopischke zunächst alle Nutzer und Beteiligte an einen Tisch. Nach einheitlichen Kriterien müsse der Bedarf auch für die Zukunft ermittelt werden. Die sich daraus ergebenden finanziellen Notwendigkeiten sollten in das angesprochene Gesamtkonzept einfließen. Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2012/13 auch in Verbindung mit der Mittelfristplanung müsse dann über eine Realisierung beraten werden.
Die Bürgermeisterkandidatin machte erneut deutlich, dass ihr Bürgerbeteiligung sehr wichtig sei. „Ich werde, mindestens einmal jährlich die Sportvereine zu regelmäßigen Treffen einladen, um ihre Fragen und Anregungen aufzunehmen“, versprach Kopischke.
Die Unterstützung der Vereine bei der Platzpflege sei nicht nur ein Problem der finanziellen Förderung der Vereine. Bei hinreichender personeller Ausstattung des Bauhofes könnte sich Hanna Kopischke hier die eine oder andere Hilfestellung vorstellen. Es gelte, die auch in der Zukunft erforderlichen Außensportanlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Aber auch hier gelte es, zunächst die Nutzer zu hören, dann Alternativen zu prüfen, zu einem Konzept zu kommen und dann im Rahmen der Haushaltsberatungen zu entscheiden.