Harzhorn-Ausstellung bis 2. März verlängert

Die Dolabra, eine antike „Pionieraxt“, mit Inschrift ist das Highlight der Fundstücke.

Rund 300 Fundstücke werden im Landesmuseum Braunschweig gezeigt / Mehr als 42.000 Besucher in drei Monaten

Sechs Jahre ist es nun her, dass am Harzhorn, und damit quasi direkt vor der eigenen Haustür, ein germanisch-römisches Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert nach Christus entdeckt wurde. Alles begann mit einem Zufallsfund und der fälschlichen Annahme eines Hobbyarchäologen, einen mittelalterlichen Kerzenleuchter gefunden zu haben – der sich schließlich als Hipposandale entpuppte, ein nur von den Römern eingesetzter Hufschutz für Maultiere. Die Entdeckung war und ist sowohl unter zeithistorischen als auch unter geografischen Gesichtspunkten eine Sensation. Die archäologische Fachwelt stand Kopf! Denn bisher war man davon ausgegangen, dass die Römer nach der Niederlage in der Varus-Schlacht 9 n. Chr. nicht mehr so weit in das feindliche Germanien vorgedrungen waren.

Ende 2013 schon mehr als 42.000 Besucher gezählt

Die Geschichte der Entdeckung des Schlachtfeldes und die Rekonstruktion der historischen Ereignisse stehen im Zentrum der Niedersächsischen Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn“ im Braunschweigischen Landesmuseum. Zum ersten Mal werden dort die Original-Fundstücke vom Schlachtfeld am Harzhorn der Öffentlichkeit präsentiert, ergänzt durch hochkarätige Leihgaben aus aller Welt. Die Landesausstellung erzählt die spannende Geschichte der römisch-germanischen Beziehungen im 3. Jahrhundert n. Chr., beleuchtet den Zustand Germaniens und des Römischen Reiches sowie die kurze, blutig endende Regierungszeit des ersten Soldatenkaisers Maximinus Thrax, rekonstruiert das Schlacht-Geschehen und erklärt anschaulich die aufregende Arbeit der Archäologen.
Die Resonanz ist überwältigend. Über 42.000 Besucher hatten sich bis Ende des Jahres 2013 bereits ein Bild von dem Kampf am Harzhorn gemacht. Regulär wäre die seit September letzten Jahres laufende Ausstellung bereits beendet. Doch mit Unterstützung der Leihgeber ist es gelungen, die Landesausstellung um sechs Wochen bis zum 2. März 2014 zu verlängern. Wer bisher also noch nicht die Zeit und die Gelegenheit für einen Besuch hatte, sollte nicht zögern. Fast 300 Relikte der Kämpfe sind hier zu sehen. Insgesamt sind mittlerweile mehr als 2700 Fundstücke bekannt, vorwiegend römische Katapultbolzen von Tosrionsgeschützen, Speer- und Lanzenspitzen sowie zahlreiche Schuhnägel, die das römische Heer auf seinem Fußmarsch verloren hat. Außerdem wird im Landesmuseum mit Hilfe eines 3D-Geländemodells, das in Kooperation mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entstanden ist, das Schlachtgeschehen durch Projektionen greifbar gemacht.

Die Landesausstellung ist noch bis 2. März im Braunschweigischen Landesmuseum, Burgplatz 1, zu sehen und ist dienstags von 10 bis 20 Uhr sowie mittwochs bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen: dienstags bis freitags jeweils um 11 Uhr und 15.30 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils um 11 Uhr und 14 Uhr; Dauer: 90 Minuten; maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen (keine Voranmeldung). Kontakttelefon: (0531) 12150.