Hat sich das Finanzamt geirrt?

Gewerbesteuerrückzahlung: Stadtverwaltung lässt Zahlen erneut prüfen

Es ist sicherlich keine Nachricht, um Entwarnung zu geben, aber zumindest so etwas wie ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer taucht am Horizont der Stadt Seesen auf. Wie Bürgermeister Erik Homann gestern auf Anfrage des „Beobachter“ mitteilte, habe die Stadtverwaltung sich nach intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik Gewerbesteuerrückzahlung noch einmal an das zuständige Finanzamt gewandt – und zwar mit der Bitte, die Rückzahlungsaufforderung der Gewerbesteuer in Höhe von rund zwei Millionen noch einmal genauestens zu prüfen. Zuvor hatten die zuständigen Verwaltungsbeamten alle Hebel in Bewegung gesetzt und mit dem für den Ausfall offenbar verantwortlichen Unternehmen Kontakt aufgenommen.

Im Anschluss sah sich die Stadt veranlasst, in der Sache noch einmal umgehend nachzuhaken, denn so richtig erklären konnte sich offenbar niemand, woher die hohe Summe von rund zwei Millionen Euro Rückzahlungsforderung herrühre.
Wie sich nun herausgestellt hat, habe sich das zuständige Finanzamt in der Höhe der zurückzuzahlenden Gewerbesteuer unter Umständen tatsächlich geirrt. Das teilte Seesens Bürgermeister am Montagabend bereits während der Fraktionssitzung der CDU Seesen mit. Gestern bestätigte er diese Information gegenüber unserer Zeitung.

Nach „Beobachter“-Informationen datiert die Rückzahlungsforderung des Finanzamtes bereits aus dem Jahr 2012. Nun könnte es also durchaus sein, dass die Rückzahlung geringer ausfällt, als bislang angenommen. Dennoch wollte Bürgermeister Erik Homann diese neuerliche Nachricht nicht als „frohe Botschaft“ oder gar als „Wende“ bewerten.

Die Situation sei weiterhin sehr angespannt, erst frühestens am 9. März werde man einen neuen Steuerbescheid erwarten. Bis dahin bringe es rein gar nichts, über neue Zahlen zu spekulieren, und daher sei auch kein Grund zur Entwarnung gegeben, erklärte Homann. Er und die Mitarbeiter in Rat und Verwaltung hoffen jetzt, dass die Rückzahlung geringer ausfällt. Gleichzeitig werde man nach weiteren Einsparpotenzialen in allen Bereichen suchen.