„Hauptsache, Kinder bewegen sich!“

Jürgen Holletzek, Leiter der 96-Fußballschule (links), gab Einblicke in die Nachwuchsarbeit der Roten und gab gleichzeitig Tipps, wie Sportvereine Jugendliche gewinnen können. Daneben: Gerd Jung, der den „Beobachter“-Fußball-Talk moderierte sowie die beiden Ex-Profis Dieter Schlindwein und Manfred Kaltz. 

Interessante „Beobachter“-Talkrunde mit Manfred Kaltz und weiteren Trainern der 96-Fußballschule

Im Rahmen der Hannover 96-Fußballschule hatte der Seesener „Beobachter“ die Trainer am Dienstagabend zu einem Fußballtalk in den Alten Fritz in Seesen eingeladen. Die Moderation lag in den Händen des langjährigen Seesener Sportredakteurs Gerd Jung. Die Vorstellungsrunde leitete Verlagsleiter Bernd Voß. Zunächst stellte er die einzelnen Trainer der Fußballschule samt ihrer fußballerischen Karriere vor.



Jürgen Holletzek hat in verschiedenen Vereinen und auf unterschiedlichen Ebenen jahrelang selbst aktiv gespielt und war auch als Trainer unterwegs, zuletzt als Stützpunkttrainer des DFB in Salzhemmendorf und Northeim. Von dort wechselte er direkt zum Erstligisten an die Leine und übernahm im Jahre 2008 die Leitung der Fußballschule.
Manfred Kaltz muss man nicht vorstellen. Er ist eine Fußball-Legende. Seine Erfolge in der Nationalmannschaft sind ebenso präsent wie seine Titel als Europameister, doppelter Vize-Weltmeister, Europapokalsieger, dreimaliger deutscher Meister und doppelter DFB-Pokal-Sieger mit dem HSV. Legendär sind seine Bananenflanken. Kaltz kümmerte sich bei der diesjährigen Fußballschule vor allem um die jüngsten Teilnehmenden, unter denen auch Mädchen waren. „Mir kommt es in erster Linie darauf an, den Kindern Spaß an der Bewegung und am Fußball vorzuleben und zu vermitteln“, so Kaltz. Ob die Kinder Fußball spielen oder eine andere Sportart, sei egal: „Hauptsache, Kinder bewegen sich!“ Und von ihm kam dann im Verlauf des Gesprächs auch der Satz, dass die Grundlagen zu erfolgreichem Fußball in der Förderung der frühkindlichen Motorik gelegt werden. Es erstaune schon, so Kaltz, dass Kinder heute zum Teil nicht in der Lage sind, einen Purzelbaum zu schlagen.
Michael Wollitz spielte einst beim 1. FC Köln, dann auf Schalke und später in Bielefeld. In Rhüden hatte er in diesem Jahr die Gesamtleitung der Fußballschule. Er sei sehr erfreut über die hervorragende Akzeptanz der Schule. Über 70 Kinder hatten sich als Dauerteilnehmende angemeldet. Er habe die große Spielfreude der Kinder und Jugendlichen mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen. Schön sei auch, dass so viele Erwachsene als Dauergäste dabei gewesen waren. Das sei ein spezielles Merkmal der Rhüdener.
Norbert Beier hat früher bei Preußen Hameln im Tor gestanden. Bei der Fußballschule zeigte er, wie man den Kasten sauber hält. Nach dem tragischen Tod seiner Frau im März dieses Jahres hat er sich der Arbeit der „José-Carreras-Leukämie-Stiftung“ verschrieben und sammelt seitdem Gelder dafür ein. So auch bei der Fußballschule. Satte 300 Euro kamen beim Elfmeter-Schießen zugunsten des Mottos der Stiftung zusammen: „Unser Ziel ist klar. Leukämie muss heilbar werden. Immer und für jeden.“
Im Verlauf des Abends kamen viele Themen auf den Tisch – zunächst das veränderte Freizeitverhalten der Jugendlichen und die damit erschwerten Bedingungen in der Nachwuchsarbeit. Des Weiteren wirft die Förderung von Ganztagsschulen viele Probleme mit verlässlichen Trainingszeiten auf. Jürgen Holletzek: „Diese Probleme haben alle Vereine. Der Versuch, das Training als Arbeitsgemeinschaft in das Nachmittagsprogramm der Schulen einzubinden, weist in die richtige Richtung und wird auch zum Teil schon erfolgreich umgesetzt“, so der Leiter der Fußballschule.

Mehr über den Fußballtalk erfahren Sie in der morgigen Ausgabe des Beobachter!