Hausrat für Rauna – Sammelaktion startet Freitag

„Verladen“ der Computer aus der Grundschule an der Jahnstraße: Hans Torno, Kurt Hoppe und Wolfgang Salau von der Kirchlichen Lettlandhilfe mit Hausmeisterin Renate Waschke (von links). (Foto: Poerschke)

Anlieferung in der ehemaligen Teigwarenfabrik / Seminarreihe zum Thema „Diakonie“ noch vor Pfingsten

Ob im persönlichen Gespräch mit den Partnern in Rauna oder aber im Rahmen eines der häufiger geführten Telefonate – immer wieder geht es da nicht nur um die humanitäre Hilfe, die die „Kirchliche Lettlandhilfe“ in Seesen dank der stets überwältigenden Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger in der Vergangenheit leisten konnte. „Es sind vor allem Fragen, die mit Blick auf die unterschiedlichen kirchlichen Strukturen in Deutschland und Lettland gestellt werden“, berichtete der Vorsitzende der „Kirchlichen Lettlandhilfe“, Pastor i. R. Kurt Hoppe, zum Auftakt der jüngsten Mitgliederversammlung. Er verwies darauf, dass beispielsweise die Bedeutung des Begriffs „Diakonie“ zumindest derzeit noch von dem einen oder anderen Bürger in Rauna offensichtlich missverstanden wird. Während nämlich die in Deutschland von der Evangelischen Kirche unter dem Begriff „Diakonie“ freigesetzten Aktivitäten ganz selbstverständlich als eine kirchliche Form sozialen Dienstes für alle Menschen verstanden werden, scheint man es sich in Lettland mit dieser Definition nicht immer leicht zu machen. Sicherlich eine Folge der wechselvollen Kirchengeschichte in jenem baltischen Land, die nicht zuletzt von dem im Juli 1940 nach der Besetzung der baltischen Staaten erzwungenen Anschluss an die Sowjetunion maßgeblich mit geprägt sein dürfte.
„Für uns heißt das, nunmehr gemeinsam mit den Verantwortlichen in Rauna, also mit den Mitgliedern der Kirchlichen Stiftung, mit denen des Kirchenvorstandes sowie mit den interessierten Bürgern, intensiv über das Thema Diakonie zu sprechen, um sie davon zu überzeugen, dass die Angebote der Diakonie nicht nur von den Mitgliedern der dortigen evangelischen Kirche, sondern von allen Menschen in Rauna in Anspruch genommen werden können“, unterstrich Hoppe. Anlass für ihn als dem Vorsitzenden der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ und als Mitglied des Stiftungsrates in Rauna, noch vor Pfingsten zusammen mit dem Kirchberger Pfarrer Christian Tegtmeier, der den „Martin-Luther-Verein“ im Stiftungsrat repräsentiert, in die lettische Patengemeinde zu reisen, um dort im Verlauf einer mehrtägigen Seminarreihe die Informations- und Verständnislücken zu schließen. Im weiteren Verlauf der Zusammenkunft der Mitglieder der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ kündigte Kurt Hoppe den Besuch einer sechsköpfigen Delegation aus Rauna in Seesen an. Was die „kurzfristige Zukunft“ betrifft, so hat diese für die „Kirchliche Lettlandhilfe“ bereits begonnen. Nachdem die Vorsitzende des Stiftungsrates in Rauna, Anita Lubuze, und der Vorsitzende des dortigen Gemeinderates, Janis Sika, nämlich mitgeteilt hatten, dass die Lagerbestände in Sachen „Hausrat“ fast vollständig zusammengeschmolzen sind, verständigte man sich kurzfristig darauf, eine weitere Sammelaktion zu starten, und zwar bereits am kommenden Freitag, 1. April.
Die „Wunschliste“ aus Rauna erstreckt sich dabei auf Pfannen, Geschirr und Töpfe, auf Handwerkszeug und Elektro-Kleingeräte, auf Mikrowellen und Bestecke, auf Wasch- und Nähmaschinen, auf Kühlschränke, Schalen, Elektroherde, Staubsauger, auf Fahrräder und Gartengeräte sowie auf einen Paravent. Letzterer, so Anita Lubuze, werde dringend in dem kleinen Laden benötigt, damit die Kunden die Kleidung anprobieren könnten. Benötigt würden nach ihren Worten ferner Bekleidung für Kleinkinder (Babys), Unterwäsche, Bettwäsche und Steppdecken. Renate Hoppe: „Mit diesem Sortiment soll zunächst einmal der aktuelle Bedarf gedeckt werden. Geplant ist darüber hinaus für den kommenden Herbst eine weitere Aktion, bei der dann vor allem auch Winter-Bekleidung gesammelt werden soll“. Übrigens: Wie Kurt Hoppe abschließend berichtete, habe man das bisher praktizierte Sammel-Verfahren auf eine neue Basis gestellt. Nachdem der Vorstand der „Lettlandhilfe“ nämlich im Gebäudetrakt der ehemaligen Sonnen-Bassermann-Teigwarenfabrik am Ortsausgang in Richtung Herrhausen einen Raum angemietet hat, können die Sachspenden dort künftig immer freitags, und zwar in der Zeit von 16 bis 18 Uhr, abgegeben werden – erstmals also am 1. April. Jeweils zwei Mitglieder der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ stehen dann bereit, um die Anlieferungen entgegenzunehmen. Kurt Hoppe: „Wie schon im Vorfeld der vier humanitären Hilfstransporte im vergangenen Jahr, so appellieren wir an die Bürger, diese Aktion abermals nach Kräften zu unterstützen“. Wenngleich es sich nicht gerade um typische „Haushaltsgeräte“ handelte, die ihren Besitzer wechselten, so kann der „inoffizielle“ Start der neuen Sammelaktion dennoch als durchaus gelungen bezeichnet werden. Die Leitung der Grundschule an der Jahnstraße stellte der „Kirchlichen Lettlandhilfe“ nämlich 15 nicht mehr benötigte Computer-Anlagen der schon etwas älteren Generation zur Verfügung. poe