Haussperling fühlt sich in Gärten sehr wohl

Dauergewinner bei der Stunde der Gartenvögel und doch auf der Vorwarnstufe der Roten Liste: Der Haussperling.

In Niedersachsen haben sich 2.787 Vogelfreunde an der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ beteiligt

Seesen / Hannover (bo). Der NABU Niedersachsen legte heute eine erste Trendmeldung zu der Aktion „NABU Stunde der Gartenvögel“ vor. Nach den online eingegangenen Meldungen haben sich über 2.787 Vogelfreunde aus ganz Niedersachsen an der Aktion beteiligt. Damit liegen die niedersächsischen Teilnehmer bundesweit an zweiter Stelle. Der häufigste Gartenvogel Niedersachsens ist der Haussperling gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star auf den weiteren Plätzen. Auch bei der Trendmeldung im vergangenen Jahr belegten diese Vogelarten, die mit von zwei bis zu fünf Exemplaren pro Garten beobachtet wurden, die ersten fünf Plätze.
Auch bundesweit geht der Haussperling weiter einem ungefährdeten Sieg entgegen. Die Marke von Meldungen aus über 12.750 Gärten ist übersprungen, über 18.500 Vogelfreunde haben dem NABU und LBV ihre 464.840 Beobachtungen online und telefonisch gemeldet. Am spannendsten ist weiterhin das Rennen um die Ränge 9 bis 11. Während die Mehlschwalbe ihre Verluste von immerhin rund einem Viertel stabilisiert, schrumpfen die Zuwächse des Buchfinks.
Nach der landesweiten Auswertung findet sich auf Platz 10, die dieser ersten Trendmeldung zu Grunde liegt, die Mehlschwalbe, mit einer Abnahme von 37 Prozent mit einem Exemplar pro Garten bei den Meldungen. Ob das kühle Wetter schuld oder andere Faktoren ursächlich sind, ist bislang noch offen, generell gilt es aber für den Mehlschwalbenschutz in Niedersachsen aktiv zu werden. Schwalben sind sehr ortstreue Weltenbummler und kehren viele Jahre im April wieder in die Gegend ihres Brutplatzes zurück. Sie bessern die noch vorhandenen Nester einer Kolonie aus oder bauen neue, um dann bis September ein- oder zweimal zu brüten. Ihre Hauptnahrung besteht aus im Flug erbeuteten Insekten, nicht zuletzt Stechmücken. Während einer Brut vertilgt eine Schwalbenfamilie mehr als ein Kilogramm Insekten.
Auf die Mauersegler, die Sommerboten, muss wohl in Niedersachsen nicht weiter gewartet werden, denn sie liegen mit 1892 Meldungen bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ auf Platz 12.
Diese Reihenfolge und die Beobachtungen können sich natürlich noch ändern, wenn in den nächsten Tagen weitere online-Meldungen über www.NABU-niedersachsen.de oder Teilnahmebögen per Post eingehen, erklärte der NABU Niedersachsen. Die Aktion fand in diesem Jahr zum zehnten Mal in Niedersachsen statt. Der Einsendeschluss für alle Meldungen ist Montag in einer Woche, also 21. Mai (Datum des Poststempels), deren Ergebnisse dann auch noch in die Auswertung einfließen werden.
Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender, erklärte: „Wir rufen alle Vogelfreunde auf, ihre Meldungen noch online unter www.NABU-niedersachsen.de oder per Post abzugeben, und wir sind sicher, wie im vergangenen Jahr den ersten Platz bei den Teilnehmerzahlen erreichen zu können. Bislang liegen die NRW-Vogelfreunde mit 3.301 Teilnehmern auf dem ersten Platz. Bislang wurden von 2.787 Teilnehmern in 1.865 Gärten 69.129 Vögel in Niedersachsen gezählt. Somit ist bei diesen Werten in Niedersachsen eine Steigerung zu verzeichnen.“
In diesem Jahr haben 2.787 Teilnehmer (2011: 2.625; 2010: 2.824) ihre Meldungen online oder telefonisch abgegeben. Der Haussperling ist nach dieser ersten Trendmeldung mit 9.644 Exemplaren mit fünf Beobachtungen pro Garten der häufigste Gartenvogel in Niedersachsen. Es folgen Amsel mit 7.550 (4 pro Garten) Exemplaren, Kohlmeise (5.980; 3 in den Gärten), Blaumeise (4.767) und Star (4.051, 2 pro Garten). Doch daran kann sich bis zur Endauswertung natürlich noch einiges ändern. Bei den nachfolgenden Arten sei noch 'alles offen', so der NABU Niedersachsen.
Alle Naturfreunde waren am vergangenen Wochenende aufgerufen, die höchste Anzahl der am häufigsten beobachteten Vögel zu notieren, die sie beim Blick in den Garten, Park oder Kleingarten, vom Balkon oder der Terrasse aus innerhalb einer Stunde sehen. Allerdings sei es eine erste Trendmeldung, betonte der NABU Niedersachsen, und das Bild könne sich noch völlig ändern.
Die niedersächsischen Meldungen, Beobachtungszahlen für die Arten und regionale Verteilung im Netz unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdg/ergebnis...