Heimatverein Ildehausen besucht Roswitha-Stadt

Warum in die Ferne schweifen...? – Die jüngste Exkursion führte die Ildehäuser nach Bad Gandersheim, und es gab vor Ort allerhand zu erfahren über Seesens Nachbarstadt.

Abtei des Frauenstifts, Kaisersaal, Stiftsfreiheit, Marktplatz und „Bracken“ auf Besichtigungsprogramm

Im Rahmen seiner regelmäßig stattfindenden geschichtsträchtigen Exkursionen hatte der Heimatverein im Stadtteil Ildehausen in der vergangenen Woche zu einem Besuch in die ehemalige Kreisstadt Bad Gandersheim eingeladen. Unter guter Mitgliederbeteiligung und bei bestem ruhigen Herbstwetter trat die Besuchergruppe ihren Ausflug an.
Zu der abendlichen Stadtführung „Altstadt und Kaisersaal“ wurden die Ildehäuser von zwei Stadtführerinnen bei der Touristinformation in Empfang genommen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Heimatvorsitzenden, Dieter Kruse, begannen die Besucher, in zwei Gruppen aufgeteilt, mit ihrer eineinhalbstündigen Besichtigung. Der Rundgang führte zuerst in die ehemalige Abtei des Frauenstifts, den „Kaisersaal“, mit seiner nach dem Vorbild Raffaels bemalten Decke und den reichhaltigen alten Gemälden an den Wänden. Hier wurden die Besucher in eine Zeit entführt, in der Gandersheim ein religöses Zentrum in Norddeutschland war.
Nach dem Verlassen des Gebäudes stieß man direkt auf das Roswitha-Denkmal. Es zeigt, wie die erste deutsche Dichterin, Roswitha von Gandersheim, ihrem Kaiser Otto ihr berühmtes Werk „Gesta Ottonis“ (Die Taten Ottos) schenkt.
Anschließend ging es vorbei am Südflügel der Abtei mit seinem barocken Elisabeth-Brunnen von 1748 in die romanische Marienkapelle sowie den Innenhof der Abtei. Die weitere Besichtigungsroute führte an der Stiftsfreiheit und am Marktbrunnen vorbei zum Marktplatz. Er ist umgeben von liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern im Stil der Weserrenaissance.
Ein imposantes Zeugnis der damaligen Handwerkskunst ist der „Bracken“, eines der ältesten niedersächsischen Fachwerkhäusern von 1473, mit seinem reichen Schnitzwerk. Gegnüber liegt das alte Rathaus mit Freitreppe, Stadtwappen, Lästersteinen und seinem alten Wächterstübchen. Mit den Gang durch eine schmale Gasse, dem „Wächterstieg“, klang der Stadtrundgang bei schöner Herbststimmung aus.
Nach einem Dank an die Stadtführerinnen verabschiedeten sich die Ildehäuser und fuhren nach Wolperode ins Bauerncafé Sprengel, um den Ausflug mit einem zünftigen Schlachteessen zu beenden.