Heinz-Schließung wird positive Statistik trüben

Die Schließung des Seesener Heinz-Werkes wird unweigerlich Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen vor Ort haben. Noch zeichnet die Agentur für Arbeit ein positives Bild.

Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar zeichnet positives Bild des Arbeitsmarktes / Stabile Lage in Seesen in Gefahr

Recht positiv sind die Nachrichten der Arbeitslosenstatistik für den Bereich Seesen im Monat Februar, die gestern von der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar veröffentlicht wurden.

Laut dem Material der Arbeitsmarktexperten ist die Zahl der Erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat nur leicht und zwar um eine Person angestiegen. Demnach waren im Februar 1028 Menschen ohne Job. Mit Blick auf die Situation im Februar 2013 sind dies sogar 52 Arbeitslose weniger.
Diese Stabilität auf dem Seesener Arbeitsmarkt wird sich im Jahresverlauf aber vermutlich nicht festigen, denn die noch frische Kunde von der Schließung des Seesener Heinz-Werkes dürfte maßgeblich Einfluss auf die Anzahl der Erwerbslosen nehmen. Wie der „Beobachter“ in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, fallen der Werkschließung insgesamt rund 190 Stellen zum Opfer. Inwiefern sich dies direkt auf die Seesener Arbeitsmarktzahlen auswirken wird, kann gegenwärtig nicht exakt ermittelt werden. Es ist nämlich davon auszugehen, dass die Mitarbeiter von Heinz auch aus anderen Teilen der Region kommen, und nicht der Statistik der Sehusa-Stadt zugerechnet werden.
Grundsätzlich, und das ist vor dem Hintergrund der schockierenden Heinz-Schließung erfreulich, zeichnet der aktuelle Bericht der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar durchaus ein positives Bild für die gesamte Region. Die Arbeitslosenzahl ist im Februar atypisch leicht gesunken. Gegenüber dem Januar waren 167 beziehungsweise 0,7 Prozent weniger Menschen arbeitslos und somit insgesamt 24.961. Das sind 220 oder 0,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 8,0 Prozent.
„Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit ist für einen Februar eher ungewöhnlich und auf die milden Temperaturen zurück zu führen. „Wir haben im Bezirk die geringste Arbeitslosigkeit in einem Februar seit knapp 30 Jahren“, kommentiert Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit BS-GS die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.
„Diese Entwicklung trägt nicht nur der milde Winter. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im Bezirk zum Stichtag 30. Juni letzten Jahren weiter gestiegen,“ betont Eitge.
Besonders die Altersgruppe 50plus hat von März 2013 bis Juni um 1367 Menschen zugelegt. „Die Wertschätzung der älteren Arbeitnehmer nimmt zu. Das ist ein erfreulicher Trend, denn die Zahl der nachrückenden Jüngeren am Arbeitsmarkt wird in den kommenden Jahren deutlich abnehmen.“
Die drei Wirtschaftszweige des verarbeitenden Gewerbes, der Handel und die Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen haben allein ein Anteil an den Beschäftigten von 51,4 Prozent der insgesamt 227.338. „Rund zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Rund die Hälfte der Arbeitslosen ist ohne Berufsabschluss. Der Arbeitsmarkt hat für Helfertätigkeiten kaum noch Aufnahmekapazitäten, so dass wir gezielt auch diese Personengruppe ansprechen,“ so Eitge. Qualifizierung und Bildung sei immer noch der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. „Wenn nicht jetzt die berufliche Zukunft planen – wann dann?“