Heizkosten großes Thema bei Mieterbund

Für ihr unermüdliches Engagement im Mieterbund Seesen – Gandersheim überreichte Heiko Pilgermann Blumen an Vorstandsmitglied Christa Sander.
 
Für 25-jährige Mitgliedschaft im Mieterbund konnten Beatrix Reincke (2. von links) und Elke Kintscher (Mitte) mit Anstecknadel und Blumen geehrt werden. Eingerahmt wurden sie von Rechtswalt Heiko Pilgermann (links) sowie der dritten Vorsitzenden Christa Sander und Verbandsgeschäftsführer Randolph Fries.

Randolph Fries referiert zum Thema „Beendigung des Mietverhältnisses“ / Ehrungen vollzogen

Vor wenigen Tagen fand die Jahreshauptversammlung des Deutschen Mieterbundes Seesen – Bad Gandersheim und Umgebung im Seesener Bürgerhaus statt.

Da die 1. Vorsitzende Renata Jahns krankheitsbedingt nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, übernahm Heiko Pilgermann die Leitung und übergab das Wort nach der Begrüßung an Verbandsgeschäftsführer Randolph Fries.
Dieser referierte über das Thema „Fallstricke und Tücken bei der Beendigung des Mietverhältnisses“. Dabei ging er vor allem auf wichtige Themen wie Kündigungen, Wohnungsübergabe und Schönheitsreperaturen ein.
Im Anschluss an den Vortrag erläuterte Christa Sander den Geschäftsbericht des Jahres 2013. Sie erwähnte, dass sie gemeinsam mit Renata Jahns insgesamt 48 Beratungstage zuzüglich der Notfallberatungen außerhalb der Sprechstunden zählte. Ferner kam es auch regelmäßig zu telefonischen Beratungen, oft wurden Angelegenheiten aber auch per E-Mail bearbeitet, was die allgemeinen Sprechzeiten ebenfalls entlastete. Die Terminvergabe wird auch in Zukunft weiterhin über Christa Sander laufen. Sie stellte auch ihre private Telefonnummer zur Verfügung, so dass sie nahezu immer erreichbar ist.
Häufige Themen in den Beratungen waren überwiegend Heiz- und Nebenkostenabrechnungen, die regelmäßig vom Deutschen Mieterbund (DMB) beanstandet werden. Zirka jede zweite Nebenkostenabrechnung war fehlerhaft. Insbesondere bei den Heizkosten ist es aber häufig so, dass diese zwar hoch, inhaltlich aber nicht zu beanstanden sind. Zurückzuführen ist dies weiterhin auf die Mietmängel, welche ebenfalls oft Thema waren. Denn viele Vermieter sind nicht bereit, oder haben nicht die Möglichkeiten, regelmäßige Verbesserungen und Wartungen der Mietobjekte durchzuführen. Bei Wohnungsgesellschaften sind mittlerweile allerdings Bemühungen zu sehen, den Bestand teilweise energetisch zu verbessern. Auffällig ist auch, dass es aus den frisch sanierten Bereichen kaum Beratungskunden gibt.
Regelmäßig auftretende Mängel ergeben sich meist aus einem Sanierungsrückstau. Undichte Fenster und Türen, schlechte Isolierung und defekte oder veraltete Heizungsanlagen liegen hier an der Tagesordnung. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, Mängel unverzüglich und möglichst schriftlich anzuzeigen. „Geschieht dies nicht“, wies Christa Sander die Mitglieder hin, „ist zum einen keine rückwirkende Mietminderung möglich, da diese von der Kenntnis des Vermieters abhängt.
Andererseits besteht zugleich das Risiko, selbst schadensersatzpflichtig zu werden, falls durch den Mangel weitere, vermeidbare Schäden an der Mietsache entstehen.“ Daher bittet der DMB ausdrücklich darum, bei Mängeln zu erst einmal einen Beratungstermin zu vereinbaren. Insbesondere im Hinblick auf die Berechnung der Minderung sei dieses inzwischen von zentraler Bedeutung, denn eine zu hohe Minderung könnte letztendlich eine Kündigung des Vermieters rechtfertigen.
Christa Sander bat auch ausdrücklich darum, sich bei allen relevanten Ereignissen im Rahmen von Mietverhältnissen, also Kündigungen, Vertragsverhandlungen bei neuen Mietverhältnissen und sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen zunächst beim DMB beraten zu lassen. Denn es gäbe viele Fälle, in welchen auch der Mieterbund nichts mehr ausrichten kann, da der neue Mietvertrag schon unterzeichnet, oder die ausgesprochene Kündigung formunwirksam ist, und der Mieter weiter für eine Wohnung zahlen muss, die er gar nicht bewohnt.
Weniger Probleme in der Umgebung machen Mieterhöhungen, insbesondere nicht solche wegen Modernisierungen. Denn der Markt in der Umgebung erweist sich für Mieter vergleichbar günstig. Selten seien auch Kündigungen seitens des Vermieters. Diese erfolgen meist nur aufgrund von Zahlungsrückständen, was häufig an der bereits erwähnten Problematik der falschen Minderungsberechnung oder ähnlichem liegt. Positiv anmerken konnte Sander auch, dass die Streitfälle der DMB-Kunden im wesentlichen frühzeitig außergerichtlich geklärt werden konnten.
Renata Jahns, so berichtete Christa Sander, nahm unter anderem an der Vorsitzendenkonferenz teil, die die Zusammenarbeit der Mietvereine untereinander sowie den Themenaustausch fördern soll. Auch eine „Inhouse“-Schulung ließ Jahns sich nicht entgehen. Thema war hier die Mieterhöhung bei Modernisierungen, was im Seesener Bereich allerdings noch keinen Arbeitsschwerpunkt bildet. Außerdem vertrat Renata Jahns den DMB beim Tag der Niedersachsen.
Christa Sander erklärte auch, dass es nicht selten vorkomme, dass der Beitrag von 39 Euro im Jahr mehrfach aufgewogen wird durch entsprechende Ersparnisse. Dementsprechend lohne es sich Mitglied des Mieterbundes zu bleiben oder auch zu werden.
Die Zahlungsmoral der Mitglieder im Jahr 2013 war jedoch alles andere als vorbildlich. Durch nichtzahlende Mitglieder wird der Verein erheblich belastet und ist dazu gezwungen, säumige Mitglieder aus dem Verein auszuschließen.
Dank galt den Damen der LAB, welche dem Deutschen Mieterbund ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellten und eine gemütliche Versammlung ermöglichten.
Im Anschluss an den Geschäftsbericht folgte der Kassenbericht, die Entlastung des Vorstands, die Neuwahl eines Rechnungsprüfers sowie Ehrungen. Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung ließ man den frühen Abend noch bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen.
Für 25-jährige Mitgliedschaft im Mieterbund konnten Beatrix Reincke und Elke Kintscher mit Anstecknadel und Blumen geehrt werden. Blumen gab es auch für Christa Sander. Heiko Pilgermann lobte da das große Engagement Sanders, die nahezu täglich als Ansprechpartnerin im Mieterbund zur Stelle ist.