Historische Bausubstanz – modernste Technik

In der Hightech-Schnellfilteranlage werden gegenwärtig pro Stunde rund 20 Kubikmeter „Schildau“-Wasser zu Trinkwasser aufbereitet. (Foto: Poerschke)

Exkursion des Freundeskreises Städtisches Museum hat den Wasserhochbehälter zum Ziel

Seesen (poe). Es war vor 100 Jahren, mithin anno 1912, als im Verlauf der „Lautenthaler Straße“ ein Wasserhochbehälter seiner Bestimmung übergeben werden konnte, der mit Blick auf die Sicherstellung einer optimalen Wasserversorgung in Seesen bis zum heutigen Tage nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat. Im Gegenteil.
Das historische Bauwerk, unweit des Ortsausganges in Richtung „Sternplatz“ gelegen, kann für sich gar ein Alleinstellungsmerkmal reklamieren, wird doch in der vor fünf Jahren generalsanierten Anlage das weiche Oberflächenwasser aus der unmittelbar vorbeifließenden „Schildau“ mit dem relativ harten Wasser aus dem Kreienborn-Brunnen „verschnitten“. Und das mit einem Ergebnis, das all die Harzstädter freut, bei denen diese „Mischung“ aus dem Hahn sprudelt.
Dieser historische Wasserhochbehälter nun ist das nächste Ziel einer Exkursion, zu der der „Freundeskreis Städtisches Museum“ für den kommenden Dienstag, 24. April, einlädt. Auch diese Veranstaltung zählt übrigens zu dem Programm-angebot, mit dem der „Freundeskreis“ bereits seit Februar die Ausstellung „Wasser – Element des Lebens in Südniedersachsen“ begleitet. Im Rahmen der Besichtigung dürfte sich das ungeteilte Interesse der Besucher zunächst einmal auf die Entnahmestelle des Oberflächenwassers aus der „Schildau“ konzentrieren; anschließend dann auf die moderne Hightech-Schnellfilteranlage. Sie „löste“ seinerzeit die alte Filteranlage ab, die zum einen an die Grenzen ihrer Kapazität gestoßen war, und die zum anderen den gestiegenen Ansprüchen an die Trinkwasserqualität nicht mehr Rechnung zu tragen vermochte.
In dieser „neuen“ Filteranlage wird das Oberflächenwasser in drei Stufen und mit einer Leistung von maximal 50 Kubikmetern pro Stunde zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser aufbereitet; wie erwähnt mit dem Wasser aus dem Kreienborn-Brunnen „verschnitten“ und dann ins Versorgungsnetz eingespeist.
Mitte des Jahres 2007 offiziell eingeweiht, wurden die Modernisierungen des Hochbehälters und der Bau der Schnellfilteranlage seinerzeit als ein „rundum gelungenes Pilot-Projekt auf dem Gebiet der Bachwasserfilterung“ gefeiert; der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte in diesem Zusammenhang zudem die „Weitsicht der Altvorderen“ gelobt, die nach seinen Worten „bereits vor einem Jahrhundert die Weichen für eine hervorragende Trinkwasserversorgung der Seesener gestellt hätten“.
Für die Besucher dürfte das Mit- und Nebeneinander von historischer Bausubstanz und neuester Technik besonders beeindruckend sein. Es lohnt sich also, ein weiteres Mal hinter die Kulissen der Wasserversorgung der Stadt Seesen zu blicken.
Und das am Dienstag, 24. April, um 15 Uhr; Treffpunkt ist der Parkplatz am Restaurant „Hippokrates“ (Granestraße). Dass sich der Vorstand des „Freundeskreises Städtisches Museum“ über möglichst viele Teilnehmer freuen würde, versteht sich natürlich von selbst.