Hochwasserrückhaltebecken: es geht voran

Bürgermeister Erik Homann und Bauamtsleiter sichten die vier Aktenordner umfassenden Unterlagen der Planfeststellung für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens bei Bornhausen. 

Unterlagen der Planfeststellung sind bei der Stadt Seesen eingetroffen und liegen ab dem 15. Januar öffentlich aus

Die Unterlagen der Planfeststellung für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens östlich von Bornhausen sind bei der Stadt Seesen eingetroffen und liegen ab dem 15. Januar öffentlich aus.

Der Ausbauverband Nette hat für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens östlich von Bornhausen die Planfeststellung beantragt und die Planunterlagen eingereicht. Zuständige Behörde für die Durchführung dieses Planfeststellungsverfahrens ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Braunschweig.
Die Planfeststellungsuntersuchungen enthalten insgesamt sechs untersuchte Varianten von alternativen Staueinrichtungen an verschiedenen Standorten, die jeweils mit einer Bewertung versehen wurden. Im Ergebnis ist geplant ein gesteuertes Hochwasserrückhaltebecken östlich von Bornhausen im Einzugsgebiet der Schildau mit einem Stauvolumen von rund 810.000 Kubikmeter zu bauen, um Überflutungen durch Hochwasserereignisse in den Ortslagen Bornhausen und Rhüden vorzubeugen. Zudem sollen durch den Neubau dieser Anlage die Abflussverhältnisse bei Hochwasserereignissen sowie die Überflutungshäufigkeit in der Ortslage von Rhüden und Bornhausen verbessert beziehungsweise minimiert werden. Die Steuerung des zu errichtenden Hochwasserrückhaltebeckens östlich von Bornhausen soll im Verbund mit dem bestehenden Hochwasserrückhaltebecken südlich von Rhüden in Abhängigkeit vom Wasserstand am Pegel in Rhüden erfolgen.
Zur Schaffung des notwendigen Stauraums soll ein rund 380 Meter langer und im Mittel acht Meter hoher Damm in Erdbauweise errichtet werden. Allein für den Damm werden rund 178.000 Kubikmeter Boden benötigt. Das Schüttmaterial soll der nördlich des geplanten Bauwerks gelegenen Bodenabbaustätte entnommen werden, die Baustellenzufahrt ist unter Umgehung der Ortslage über die K 53 vorgesehen.
Das Becken soll keinen Dauerstau bekommen, die obere Kante des Absperrbauwerks soll auf 171,60 Meter über Normalnull liegen. Der Vollstau des Beckens liegt bei 170,30 Meter über Normalnull, die überstaute Fläche soll dann 229.053 Quadratmeter betragen. Der Betriebsauslass ist auf dem Niveau der Gewässersohle geplant, in der Entleerungsphase soll die maximale Beckenabgabe zwölf Kubikmeter pro Sekunde betragen; bei der geplanten Regelabgabe von neun Kubikmeter pro Sekdunde soll sich ein Schutz für ein 48-stündiges Niederschlagsereignis von Januar bis Dezember ergeben. Die Grundwasserstände werden in den sechs installierten Messpegeln bereits seit März 2011 wöchentlich gemessen und protokolliert, nach Inbetriebnahme des Beckens sollen die Messungen beibehalten werden, im Hochwasserfall sollen darüber hinaus tägliche Messungen bis zwei Wochen nach Ablauf der Hochwasserwelle erfolgen.
Der luftseitige Dammfuß des geplanten Hochwasserrückhaltebeckens liegt 200 Meter vom östlichen Ortsrand Bornhausens entfernt.
Für das Vorhaben soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Die Umweltverträglichkeitsstudie und der Landschaftspflegerische Begleitplan sind Bestandteil der ausgelegten Planunterlagen.
Der Antrag mit den Planunterlagen liegt in der Zeit vom 15. Januar bis 14. Februar (jeweils einschließlich) bei der Stadt Seesen, Rathaus, Marktstraße 1, Bauverwaltungsabteilung, Zimmer 12, zur allgemeinen Einsicht aus. Die Unterlagen können während der Dienststunden auch außerhalb der Sprechzeiten eingesehen werden. Außerhalb der Sprechzeiten ist der Zugang zum Rathaus während der Dienststunden über die Information gewährleistet. Der Antrag mit den Planunterlagen wird in der Zeit der Auslegung zusätzlich im Internet unter folgender Adresse veröffentlicht werden: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/aktue...
Jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden, kann bis zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist, spätestens bis zum 28. Februar Einwendungen erheben. Die Einwendungen und Stellungnahmen können bei der Stadt Seesen, oder bei dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Direktion, Standort Braunschweig, Rudolf – Steiner – Str. 5, 38120 Braunschweig eingereicht oder zu Protokoll gegeben werden. Die Gesamtkosten für das Projekt sind mit acht Millionen Euro angegeben. Im Falle einer positiven Entscheidung ergeht ein Planfeststellungsbeschluss.