Hochwasserschutzkonzeption für die Stadt Seesen

Land unter – Hochwasserereignisse haben die Vorharzstädter in den vergangenen Jahren im verstärkten Maße heimgesucht. (Foto: Kurt Michel (pixelio.de))

„Land Niedersachsen lässt uns sinnbildlich im Regen stehen“

Der Landkreis Goslar initiiert eine Hochwasserschutzkonzeption für die Stadt Seesen. Auslöser sind die starken Regenfälle in der Region, die in den letzten Jahren wiederholt zu Überschwemmungen, insbesondere im Bereich der Ortslage Seesen-Rhüden, geführt haben.
. Die Fachdienste Umwelt und Katastrophenschutz beim Landkreis Goslar haben jetzt ein Ingenieurbüro mit der ersten von vier Projektphasen beauftragt. In dieser Phase befasst sich das Büro mit Datenrecherche und der Bestandsaufnahme bestehender Studien und Berichte. Dazu zählt neben der Beschreibung der Gebietscharakteristik die Erfassung von vorhandenen Studien, Planungen, Konzeptionen und Simulationsmodellen.
„Da das Land Niedersachsen keinen Hochwasserschutzplan für die Nette aufstellt und uns damit sinnbildlich im Regen stehen lässt, haben wir das Heft des Handelns in die Hand genommen“, erklärt Landrat Stephan Manke die Initiative des Kreises. Der Landkreis Goslar hält eine kleinräumige Hochwasserschutzplanung für den Raum Seesen für notwendig. Das geplante Hochwasserrückhaltebecken Bornhausen stellt einen wesentlichen Bestandteil einer integrierten Hochwasserschutzkonzeption dar. „Diese Konzeption soll aber weitere, über die Nette hinaus greifende Betrachtungen der Hochwasserlagen im Stadtgebiet ergänzen“, so Manke. „Auch sollen die lokalen Auswirkungen des Klimawandels bei der Sicherstellung des kommunalen Hochwasserschutzes einfließen“, führt Manke weiter aus.
Nach der ersten Projektphase folgt die eigentliche Arbeit an der integrierten Hochwasserschutzkonzeption für die Stadt Seesen. Diese soll aus den Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten Maßnahmen zur Unterstützung der Stadt Seesen ableiten. Aufträge für die Projektphasen 2 bis 4 wurden noch nicht erteilt. Als Folge des Klimawandels werden zunehmend „Starkregenereignisse“ erwartet, die das Risiko von Hochwasserschäden auch an kleinen Gewässern deutlich erhöhen. Deshalb gewährt das Land Niedersachsen Zuwendungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes mit einer Förderquote von 50 Prozent. Diese sollen genutzt werden.