Hoffnung auf Stärkung der Innenstadt

Von einem sogenannten „Letter of Intent“, den Verwaltung sowie die Hauptmieter des Markthauses unterzeichnet haben, versprechen sich die Verantwortlichen wichtige Impulse für die Innenstadt. Ob diese Hoffnungen letztlich greifen, ist aber vollkommen ungewiss. (Foto: Kühl)

CDU/FDP-Gruppe thematisiert in letzter Fraktionssitzung vor der Sommerpause den Fall Mroz und Schützenplatzthematik

Anstatt die letzte Fraktionssitzung vor der Sommerpause gemütlich anzugehen und dann in selbige zu entschwinden, hatte die Stadtratsgruppe aus CDU und FDP am Montag unter anderem noch den Facebook-Skandal ihres ehemaligen Mitglieds Werner Mroz aufzuarbeiten und nochmals über die inzwischen verworfenen Schützenplatz-Pläne zu sprechen.
Mit Blick auf die Entgleisung von Werner Mroz erklärten die Mitglieder der CDU, so einer Pressemitteilung über die Sitzung zu entnehmen, dass die diffamierende Äußerung inakzeptabel und nicht mit den Statuten der CDU vereinbar sei. Den Austritt aus der Partei bewerten die Gruppenmitglieder deshalb auch als einzig mögliche Konsequenz. Zudem bedauere es die CDU-Fraktion zutiefst, dass sich jemand aus ihren eigenen Reihen in einer derartigen Form öffentlich geäußert hat.
Alle Mitglieder erklärten, dass sie sich von der Aussage ihres ehemaligen Parteikollegen distanzieren und kein Platz für derartige unentschuldbare Äußerungen sei. Deutliche Worte für eine Pressemitteilung, die jedoch zeigen, dass der Vorfall allen Mitgliedern an die Nieren geht.
Weiter heißt es in diesem Zusammenhang, dass für die Stadt Seesen und gerade für ihre Repräsentanten nochmals deutlich vor Augen geführt wurde, dass man mit Entschiedenheit antijüdischen Einlassungen begegnen muss. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund des historischen Erbes der Stadt, mit dem laut CDU verantwortungsvoll umgegangen werde.
Neben dem Facebook-Skandal thematisierten die Mitglieder der CDU/FDP-Gruppe nochmals den voraussichtlich abgelehnten Verkauf des Seesener Schützenplatzes. Dabei skizzierten sie den Entscheidungsprozess, ausgehend vom Angebot einer Investorengruppe bis zum Entschluss eine mögliche Bebauung nicht weiter zu verfolgen. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei dabei vor allem die Absichtserklärung der beiden Hauptmieter, der Firma Schwager-Moden und dem Marktkauf-Lebensmittelmarkt, gewesen, ihre Mietverträge über das Jahr 2020 hinaus zu verlängern.
Laut Pressemitteilung wertet die Gruppe aus CDU und FDP die Absicht von Marktkauf und Schwager als weiteren Schritt zur Stärkung der Innenstadt. Darüber hinaus gehen Politik und Verwaltung davon aus, dass sich das Markthaus auf dieser Grundlage weiterentwickeln kann.
Als positiven Impuls werten Christdemokraten und Liberale darüber hinaus die geplante Neu- beziehungsweise Umgestaltung von Jacobsonstraße und Marktstraße. Dieses Vorhaben beschreiben die Ratsmitglieder von CDU und FDP gar als „ein weiteres wichtiges Kapitel für die Entwicklung der Stadt“. In diesem Zusammenhang sind auch die Bürger aufgerufen sich in die Diskussion um die Neugestaltung einzuschalten, damit eine allseits akzeptierte Lösung erzielt werden kann.
Die CDU/FDP-Gruppe wird sich in der kommenden Sitzung des Verwaltungsausschusses am 17. September gegen den Verkauf des Schützenplatzes aussprechen, so die klare Botschaft der Pressemitteilung.
Das sogenannte „Letter of Intent“, das die Absichten von Marktkauf und Schwager-Moden schriftlich fixiert, solle nun gemeinsam im Sinne der Verbraucher und des Einzelhandels umgesetzt werden. CDU und FDP werden dies nach eigener Aussage begleiten und prüfen.