Hoffnung für Selam

Harald Germandi (Kassenwart der Elternhilfe), Vorsitzende Susanne Schulze-Konopka, Selam Tesfai und ihre Schwester Selam Tesfay und Otfried Gericke (2. Vorsitzender) bei der Ankunft im Göttinger Elternhaus.

Die Buschtrommel

Die leukämiekranke Selam aus Eritrea kann wieder hoffen. Am Donnerstag traf sie nach einem nächtlichen Flug in Frankfurt ein und wurde sofort in die Universitätskinderklinik Göttingen gebracht. Der „Beobachter“ hatte über das bewegende Schicksal vor wenigen Wochen berichtet. Die Kosten für die Behandlung sind zu einem erheblichen Teil gedeckt. Dennoch reicht das Geld noch nicht. Das hatte die „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen“ nicht erwartet. Nach dem Aufruf in verschiedenen Zeitungen – darunter auch im „Beobachter“ – sind Hunderte von Spenden auf dem Sonderkonto eingegangen. „Wir sind sehr bewegt, wie viele Menschen das Schicksal der jungen Frau aus Eritrea berührt hat“, so der Kassenwart der Elternhilfe Harald Germandi. „Über 50.000 Euro sind in den letzten Wochen auf dem Spendenkonto eingegangen. Eine phantastische Summe.“ Ohne Eltern aufgewachsen, die im Bürgerkrieg in Eritrea umgekommen waren, hatte Selam gerade ein Studium in ihrer Heimat aufgenommen, als sie an Leu­kämie erkrankte. Nur mit Hilfe aus Deutschland hat sie eine Chance zu überleben. Über ihre ältere Schwester, die seit längerem in Deutschland lebt, hat sie Kontakt zur Göttinger Kinderklinik und dem Elternverein aufgenommen.
Bis vor wenigen Tagen schien der Wettlauf mit der Zeit verloren zu gehen; denn es war nicht so einfach, für Selam schnell ein Visum für Deutschland zu bekommen. Dank der Unterstützung des Göttinger Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer ist dies jetzt gelungen. Durch seine Vermittlung sind auch die Flugkosten von der Organisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ übernommen worden. So traf Selam heute morgen erschöpft, aber glücklich in Frankfurt ein und wurde von ihrer Schwester und ihrem Cousin sofort nach Göttingen gebracht. Dort wurde sie vom Elternverein mit großer Freude begrüßt. Nun hoffen alle, dass die Chemotherapie ihr hilft. Auch wenn ihr jetzt harte Wochen und Monate bevorstehen, sind alle zuversichtlich, dass sie den Kampf gegen den Krebs gewinnt. Professor Dr. Christof Kramm von der Kinderkrebsstation versichert: „Wir werden alles menschlich Mögliche unternehmen, dass Selam wieder gesund wird“.
Trotz der überwältigenden Spendenbereitschaft der Bevölkerung sind die Kosten für die medizinische Behandlung noch nicht gedeckt. Gut 15.000 Euro fehlen noch. Die „Elternhilfe“ bittet deshalb weiterhin um Spenden auf das Konto der „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V.“, Volksbank Göttingen (BLZ 260 900 50), Konto-Nummer: 169 770 603, Stichwort: „Selam“.