HZV-Senioren wandern auf dem "Grünen Band"

Vortrag am Grenzlandmuseum in Sorge. (Foto: bo)

Dritte Etappe absolviert / Historische Grenzsteine besichtigt / Vortrag am Grenzlandmuseum Sorge

Seesen (bo). Die Seniorenwanderer des Harzklub-Zweigvereins Seesen absolvierte jetzt die dritte Etappe auf dem so genannten „Grünen Band“ zwischen Rothesütte und Sorge. Als Wanderführer fungierten Ilsemarie Müller und Herbert Rieke.
Das „Grüne Band“ verläuft zum großen Teil auf dem Kolonnenweg entlang der ehemaligen Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR. Nach 1990 entdeckten Naturschützer, dass sich in diesem Niemandsland eine außergewöhnliche Natur entwickelt hatte.
Mit dem Bus fuhren die HZV-Senioren nach Rothesütte, wo die Etappe Nummer drei startete. Erster Halt war am Dreiländerstein am Jägerfleck; hier treffen sich die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am Stein von 1750 zeigen die Inschriften an den Seiten an, welche Territorien früher an diesen Stein grenzten: HB (Herzogtum Braunschweig), KP (König­reich Preußen) und GW (Graf von Wernigerode). Nach 1945 war dieser Stein Grenzpunkt zwischen BRD und DDR.
Weiter führte die Wanderung nach Hohegeiß. Nach einer Mittagspause wurden die historischen Grenzsteine aus den Jahren 1735 bis 1762 besichtigt. Das nächstes Ziel war der „Ring der Erinnerung“. Dieses von Hermann Prigann entworfene Natur-Kunstwerk wurde aus abgestorbenen Bäumen der umliegenden Wälder genau auf dem ehemaligen Grenzstreifen aufgebaut. Symbolisch blieben noch einige Pfähle des früheren Grenzzauns mitten im Kreis stehen. Ein Mitglied des Fördervereins Grenzlandmuseum Sorge wartete hier bereits auf die Vorharzer.
Sehr kompetent wurde den Vorharzstädtern nun die Zeit der Grenzsicherung zwischen 1961 – 1990 erläutert. Das Grenzmuseum Sorge zeigt Reste der originalen Grenzsicherungsanlagen an ihrem ursprünglichen Standort. Dazu gehören ein Stück des rückwärtigen Zaunes mit Stacheldraht und Signaldrähten, ein Teil der Hundelaufanlage, ein Betonrohr – wie es in Bächen verlegt wurde, um auch diese Fluchtwege zu versperren– das Zugangstor in dem einen Kilometer breiten Schutzstreifen, ein Wachturm und im westlichen Abschnitt eine DDR-Grenzsäule.
Auf einer Gedenktafel wird den sieben Getöteten gedacht, die an diesem Grenzabschnitt erschossen wurden beziehungsweise in den Selbstschussanlagen Ums Leben kamen.
Bei nun wunderschönem Sonnenschein führte die Wanderung nach Sorge zum Hotel „Sonnenhof“, wo bereits Kaffee und Kuchen aufgetischt waren. Für die HZV-Senioren das „i“-Tüpfelchen eines erlebnisreichen Tages.