„Ich habe Angst vor Datenspionage“

Isabelle Reichardt.
 
Patrik Kruck.

„Beobachter“-Umfrage: Was halten Seesener Realschüler vom Verkauf des WhatsApp Messengers?

Facebook, Instagram und WhatsApp – diese sozialen Netzwerke verbinden momentan die jungen Menschen überall auf der Welt.
Allseits bekannt ist es nun, dass Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, das beliebte Messengerprogramm WhatsApp von Jan Koum für 19 Milliarden Dollar aufgekauft hat. Umgerechnet sind dies rund 14 Milliarden Euro. Vielen stellt sich nun die Frage: Was verändert sich? Werden meine Daten nun noch mehr verwendet ?
Datenschutzbeauftragte denken derzeit über die selben Fragen nach und ziehen es sogar in Erwägung, dass Facebook die Interessenprofile und somit gezielte Werbung durch die WhatsApp-Daten ausbauen will. Viele WhatsApp-Nutzer machen sich nun Gedanken über Datenspionage, Datenklau und Datenverwendung durch Dritte. Sie denken sogar darüber nach, WhatsApp den Rücken zuzukehren und ein Ausweichprogramm zu nutzen.
Alternativen bieten zum Beispiel die Apps „Threema.“ und „Line“. Beide sind dem weltbekannten WhatsApp-Nachrichtendienst sehr ähnlich und kosten ebenfalls nicht mehr als zwei Euro.
„Beobachter“-Reporterin Isabell Hoffmann und Anna-Lena Kropp, Zehntklässlerin am Roswitha-Gymnasium in Bad Gandersheim und derzeit Praktikantin bei der Seesener Tageszeitung, haben sich bei den Schülern der Realschule Seesen umgehört und gefragt, was der Verkauf von WhatsApp für sie bedeutet.
Der 18-jährige Patrik Kruck nutzt hauptsächlich Facebook, WhatsApp und Instagram. Ihm ist der Kauf durch Facebook egal und er wird WhatsApp einfach weiter nutzen.
Alex Luzar, 13 Jahre alt, und Mevlüt Öksüz, 14 Jahre alt, nutzen regelmäßig Facebook und WhatsApp. Auch ihnen ist die Übernahme egal und auch sie haben nicht vor, WhatsApp zu löschen. Retwan Defli, ebenfalls 13 Jahre alt, nutzt keines der sozialen Netzwerke. Er ist froh darüber, sich keine Gedanken über den Verkauf oder Datenspionage machen zu müssen.

„Uns ist es egal, dass Mark Zuckerberg WhatsApp übernommen hat.“

„Ich finde es nicht gut, dass WhatsApp jetzt Facebook gehört. Ich habe keine Lust darauf, dass noch mehr meiner Daten für Werbezwecke genutzt wird“, findet die 16-jährige Isabelle Reichardt. Auch sie nutzt WhatsApp und Instagram, von Facebook hat sich die Schülerin jedoch schon vor längerem getrennt.
Jan Windisch schließt sich der Meinung von Isabelle an. Der 16-Jährige nutzt die Dienste ask.fm, WhatsApp, Facebook und Instagram. Er macht sich viele Gedanken über die Nutzung seiner Daten und hat keine Lust, sich jetzt auf Neuerungen im WhatsApp Messenger umzustellen.
Antonia Frommer teilt diese Ansichten ebenfalls. Die 15-jährige Realschülerin nutzt die bekannten Dienste auch regelmäßig. Sie ist nicht begeistert davon, sich nun verstärkt über die WhatsApp-Nutzung Gedanken machen zu müssen.
„Das Facebook WhatsApp gekauft hat, finde ich gut, vielleicht gibt es ja einige interessante Verbesserungen der App. Ich selbst nutze viele verschiedene Messengerprogramme. Zum Beispiel Viber, kik, Facebook, Instagram, Line und WhatsApp“, so der 15-jährige Fabian Hesse. Er wird weiterhin nicht auf WhatsApp verzichten.
Das Fazit: Es gibt viele verschiedene Meinungen und Ansichten zu diesem Thema. Experten raten zur Vorsicht, Nutzer sind skeptisch. So gut wie jeder der befragten Jugendlichen nutzt Facebook und WhatsApp. Wieder auf die alt bekannten SmS zurück zu greifen, kommt für die meisten nicht in Frage. Einigen der befragten Schüler ist es egal, dass Facebook WhatsApp gekauft hat. Sie werden weiterhin auf WhatsApp zurückgreifen. Auf der anderen Seite machen sich aber auch viele über die Nutzung ihrer persönlichen Daten Gedanken.