„Ich habe nichts gegen Männer – nur gegen Shorts!“

Die Mischung aus Pantomime und Slapstick-Comedy ist das Markenzeichen der Engländerin Krissie Illing. Da bleibt kein Auge trocken!
 
Gerburg Jahnke führte Regie beim Humor-Feuerwerk in Seesen. Ihre Gäste - eine Auswahl der angesagtesten deutschen Kabarettfrauen.

Von Hundekot, Maurerdekoltee über Fatzebuck (Facebook) zur Intimrasur – Kabarettfrauen bringen Lachmuskeln an die Belastungsgrenze.

Frau Jahnke hatte nach Seesen eingeladen und die Engländerin Krissie Illing, die Sauerländerin Lioba Albus, die Kölnerin Barbara Ruscher und die Münchnerin Sarah Hakenberg folgten ihr. Das Kulturforum dankte es mit ausverkauftem Haus.

Von Antonio Mateo

Mehr als 500 Gäste ergaben sich am Sonntagabend der geballten Frauenpower auf der Seesener Bühne. Weiblicher Humor prasselte über zwei Stunden als Dauerbeschuss auf sie herab. Der Humor war in der Tat heftig, direkt, schrill, unanständig und dabei charmant und liebevoll, wie es eben nur "Kabarettfrauen" beherrschen. Kaum ein Themenbereich, der nicht von den Kabarettistinnen aufgegriffen und breit getreten wurde. Apropos breit getreten: „Hundekottüten werden noch seltener benutzt als Seifenspender im Männerklo“, erklärt Gerburg Jahnke. Die Berechnungen der Hundekotmassen bei fünf Millionen Hunden bundesweit fehlten natürlich nicht. „Noch mehr Scheiße produziert nur RTL II!“ „Hündchen lynchen in München“ und ein Lied für den ans Bett gefesselten Liebsten an der klingenden Säge sicherten Sarah Hakenberg heftige Beifallstürme. Auch Lioba Albus als Mia Mittelkötter treibt es auf die Spitze. Seit mehr als 30 Jahre im zwischenmenschlichen Bereich tätig, sinnierte die Sauerländerin über Intimrasur im Alter: „Man sagt im Sauerland - wenn du ein kleines Haus hast, musst du die Hecke klein halten“. Immer wieder wechseln sich die Kolleginnen aus Kabarett, Comedy und Entertainment ab und bescheren dem kabarettverwöhnten Publikum ein wahres Humor-Feuerwerk. Barbara Ruscher, spielt mit Bildern in den Köpfen des Publikums und fragt sich, was wohl passiert, wenn man in der Sushi-Bar zum Spaß ein Butterbrot auf das Laufband legt? Wie weit es wohl kommen wird? Auch fragt sie sich, wie man eine Bundesgartenschau in einem Land veranstalten kann, in dem jeder Zweite Allergiker ist? Sie bekennt sich zu ihrem Traum ein Mann zu sein, doch eins, das wolle sie ganz sicher nicht: „Eine Erektion im Freibad.“ Erwartungsgemäß bekam das „starke Geschlecht“ sein Fett weg und das vermeintlich „schwache Geschlecht“ triumphierte. Die Beziehungen zwischen Mann und Frau zogen sich als Dauerthema durch Programm. Schon zu Beginn verteilt „Frau Jahnke“ die ersten Hiebe: „Ich habe nichts gegen Männer – nur gegen Shorts“. Ihre Thesen von Short, edler Blässe, weißen Socken und „Maurerdekoltee“ werden von den Damen im Publikum dankbar quittiert. Für Begeisterungsstürme sorgte Krissie Illing, bekannt vom Comedy-Duo „Nickelodeon“, mit ihrer Mischung aus Pantomime, Slapstick-Comedy und Tanzeinlagen. Ihre überdrehten Vorbereitungen auf das erste Rendezvous im Gourmet-Restaurant kennen eingefleischte Nickelodeon-Fans bereits aus "Christmas Dinner for Two", aber dennoch blieb kein Auge trocken. Aktuelles wird gern aufgegriffen und gekonnt interpretiert: „Angela war doch beim Pokalendspiel in Berlin dabei, sie wollte mal sehen das „schwarz – gelb“ auch funktionieren kann“. Ebenso wird Fatzebuck (Facebook) virtuell und real ins rechte Licht gerückt und die Deko-Sucht der Deutschen durch den Kakao gezogen. Es war ein Kabarettabend wie ein Rausch. Hungrig wurden die kabarettistischen Verbal-Attacken und Showeinlagen aufgenommen und die Lachmuskeln an die Belastungsgrenze geführt. Mit einer „improvisierten Tanzperformance“, als Zugabe, endete die Mischung aus Kabarett- und Comedy-Spektakel in Seesen mit Fußgetrampel und Handgeklapper.