„Ich lasse keine Fremden in meine Wohnung“

Mit der „Türanhänger­-Aktion“ sollen vornehmlich ältere Menschen über die Tricks und Betrügereien von potentiellen Langfingern aufgeklärt und geschützt werden.

Gemeinsame „Türanhänger-Aktion“ der Seesener Bürger-Gemeinschaft und des örtlichen Polizeikommissariats

„Ich lasse keine Fremden in meine Wohnung!“, unter diesem Motto startet die Seesener Bürger-Gemeinschaft gemeinsam mit der Polizei Seesen ab sofort eine Aktion für ältere Bürger in und um Seesen.
Ältere Menschen sind in besonderem Maße verletzbar und angreifbar. Sie werden von Straftätern besonders häufig als Opfer ausgewählt, weil sie im Gegensatz zu jüngeren Menschen weniger beweglich sind und sich nur unzureichend wehren können. Sie haben zudem unter den Folgen stärker zu leiden als Jüngere.
Immer wieder liest und hört man, dass ältere Menschen, insbesondere alleinstehende Frauen, Opfer von Straftätern werden. Diese Taten geschehen zumeist im unmittelbaren Einflussbereich der Geschädigten, nämlich in der Wohnung.
Neben dem so genannten Enkelbetrug, bei dem telefonisch eine verwandtschaftliche Beziehung vorgetäuscht wird, um dadurch an die Ersparnisse des Opfers zu gelangen, ereignen sich aber immer wieder auch Trickdiebstähle zum Nachteil von älteren Personen.
Wesentliches Ziel der Täter (sowohl männlich als auch weiblich) ist es, Zutritt zur Wohnung des späteren Opfers zu erlangen.
Da man normalerweise kaum jemanden „so einfach“ in seine Wohnung lässt, geben die Täter stets einen „guten Grund“ an.
So geben sie sich als Mitarbeiter des örtlichen Energieversorgers aus, der Leitungen prüfen muss oder aber Stromzähler ablesen soll, oder aber geben an, dass sie als Handwerker von der Hausverwaltung mit der Ausführung von Arbeiten in der Wohnung beauftragt wurden.
Manche Täter geben sich auch als Polizeibeamte aus, die auf den Umlauf von Falschgeld hinweisen und eine kostenlose Überprüfung anbieten. Auch versuchen Täter, hier besonders Frauen, Zutritt zu einer Wohnung zu erlangen, indem eine ganz dringende Toilettenbenutzung vorgespielt wird.
Aber auch Personen, die „Umfragen durchführen“, wollen oftmals nur in die Wohnung gelangen.
In den geschilderten Fällen „arbeiten“ die Täter meistens zu zweit. Während der eine das Opfer ablenkt, gelingt es einem zweiten Täter, ebenfalls die Wohnung zu betreten und anschließend zu durchsuchen. Aufgrund ihrer Erfahrung gelingt es diesem dann in kürzes­ter Zeit Bargeld, Schmuck und sonstige Wertgegenstände aufzuspüren, an sich zu bringen und die Wohnung unbemerkt zu verlassen. Anschließend verabschiedet sich auch der erste Täter ganz schnell und danach – zumeist sehr viel später – stellt das Opfer dann die „Bescherung“ fest.
Täter können auch alleine unterwegs sein. Sie nutzen dann die Unaufmerksamkeit des Opfers (beispielsweise Toilettengang oder Überprüfungen von Zählern), um die Wohnung zu durchsuchen und entsprechendes Diebesgut an sich zu bringen.
Eine Schadenshöhe von mehreren zehntausend Euro und mehr ist dabei keine Seltenheit.
Aus diesem Grund möchte die Seesener Bürger-Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Polizei Seesen insbesondere ältere Menschen noch einmal in besonderer Weise ansprechen und den „Türahänger“ (Foto) gezielt verteilen.
Der „Türanhänger“, der von innen an der Eingangstür aufgehängt wird, soll stets an die Gefahren beim Einlass von unbekannten (fremden) Personen in die eigene Wohnung erinnern. Er soll ferner auf ein folgendes eigenes Verhalten hinweisen:
•Vergewissern Sie sich vor Öffnen der Tür, wer zu Ihnen will
•Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Türsperre
•Lassen Sie niemals Fremde in ihre Wohnung
•Zeigen Sie fremden Personen keine persönlichen Unterlagen
•Unterschreiben Sie an der Haustür keine Verträge
Seniorenvertretungen und Wohlfahrtsverbände und alle Personen, die sich für die „Türanhänger-Aktion“ interessieren, können sich für weitere Informationen mit Johannes Wolff von der Seesener Bürger-Gemeinschaft, Telefon: (05381) 3125, oder mit Bernward Geudert von der Polizei Seesen, Telefon (05381) 944-0, in Verbindung setzen.