„Ich war noch niemals in New York...“

Absolvierte das mittlerweile 11. Neujahrskonzert im Hotel „Wilhelmsbad“ mit viel Bravour: das Volkstümliche Blasorchester des MTVBornhausen.
 
Die Konzertgäste waren restlos begeistert.

Volkstümliches Blasorchester des MTV Bornhausen begeisterte / Musikalische Wünsche erfüllt

Auch das mittlerweile 11. Neujahrskonzert, welches das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen am vergangenen Sonnabend im großen Saal des Seesener Hotels „Wilhelmsbad“ präsentierte, ließ wieder keine Wünsche offen. Rund drei Stunden lang verstanden es die 22 Musiker und sechs Musikerinnen unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Die Eintrittskarten waren bereits wieder Wochen vor dem Konzert vergriffen, und wer eine der Karten ergattert hatte, genoss es im bis auf den letzten Platz besetzten Saal, den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mitzuklatschen oder auch mitzusingen. Da waren sich am Ende denn auch alle einig – so sollte ein musikalisches Jahr beginnen.
Mit dem eigentlich viel zu selten gespielten „General von der Tann Parademarsch“ eröffnete das Orchester schwungvoll das Programm. Dann griff „Kult-Moderator“ Otto Brodthage jun. zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den komplett erschienenen Vorstand des MTV Bornhausen, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune unter den Besuchern.
Der musikalische Bogen war weit gespannt. Dem ungarischen Potpourri „Puszta Zauber“, aus der Feder des langjährigen Flügelhornisten bei den „Original Egerländer Musikanten“, Ferenc Aszodi, folgten gleich fünf Polkas aus Böhmen, Mähren, der Tschechei und Deutschland. Beim „Gruß an die Hoch- und Deutschmeister“ schunkelten die ersten Zuhörer schon im Walzertakt mit, um anschließend bei den Evergreens von Walter Kollo unter anderem musikalisch in Berlin „Untern Linden“ spazieren zu gehen oder beim schaurig-schönen Lied auf den Massenmörder Hamann den Refrain zu singen. Diese unsterblichen Schlager sorgten auch beim Seesener Publikum für einen hohen Gute-Laune-Faktor.
Folkloristisches aus Frankreich war anschließend angesagt mit dem Canon „Bruder Jakob“ oder auch einem flotten Can-Can. Ruhiger ging es zu, als das amerikanische Weihnachtslied „The little drummer boy“ erklang. Kurz vor der Pause ließ das Orchester mit dem „Rhythmen-Rendezvous“ eine leichte Brise durch den Saal wehen. Samba, Beguine, Slow-Rock, Cha-Cha, Blues und Tamoure, ein auf Tahiti gepflegter Tanz, machten Lust auf den kommenden Frühling. Mit einem Marsch war das Konzert eröffnet worden und mit dem „Laridah-Marsch“, aus der Feder des Komponisten Max Hempel, ging es in die verdiente Pause.
Der Marsch „Swinging Band“, nach den Worten von Moderator Brodthage vom Orchester als „Gute Laune Marsch“ bezeichnet, war dann der Auftakt zu einem überaus beschwingten zweiten Teil. Mit einem Potpourri beliebter Evergreens ließen die Musiker und Musikerinnen „Schlager, die man nie vergisst“ anklingen. Und, die Ansammlung von „Schnulzen“ wie „O sole mio“, „Spiel noch einmal für mich“ oder „Arrivederci Roma“ wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Der „Mars Na Drini“ oder auch Drina-Marsch stimmte schließlich auf zehn Minuten mit Ralph Siegel, den wohl erfolgreichsten deutschen Schlagerkomponisten, ein. Da gab es wohl niemand im Saal, der nicht mitklatschte, sang oder zumindest mit den Füßen wippte, als „Dschingis Khan“, „Du kannst nicht immer 17 sein“, „Adio Mexico“ oder „Endlich Feierabend“ erklangen.
Feierabend war aber noch lange nicht, denn nach einem Country- und Western-Block nahmen Dirigent Finster und sein Or­ches­ter die Anwesenden mit auf eine Reise von Hamburg nach Berlin. Der Start erfolgte „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und endete, von den Bläsern sehr begrüßt, in der „Berliner Luft“. Mit dem „Colonel Bogey March“ oder bekannt auch als „River Kwai Marsch“ sowie dem Militärmarsch „Regimentsgruß“ setzte das Volkstümliche Orches­ter des MTV Bornhausen schließlich einen Schlussstrich unter ein wieder einmal von den Gästen begeistert aufgenommenes Konzert. Mit anhaltendem Beifall und Standing Ovations holte sich das Publikum seine Zugaben. Zuerst, gekonnt gespielt, den Titelsong „Ich war noch niemals in New York...“ aus dem gleichnamigen Musical von Udo Jürgens und um dann schmissig mit „Alte Kameraden“, einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Grundfesten des „Wilhelmsbad“ noch einmal in Erschütterung zu bringen. Der Leiter des Orches­ters, Hans Regenhardt, hielt abschließend für Ulrich Finster und Otto Brodthage jun. einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus. Für das kommende Jahr kündigte er schon jetzt eine Neuauflage des Konzerts an. – Mit „Guten Abend, gute Nacht“, dem Wiegenlied von Johannes Brahms, schickte das Orchester sein Publikum dann auf den Heimweg.

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