IG Talsperre wartet auf Planfeststellungsverfahren

Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Talsperee in der Gaststätte „Pflug“ in Bornhausen. Viele der insgesamt 59 Mitglieder waren gekommen, um sich über den Sachstand zu informieren.
 
Der 2. Vorsitzende Sven Ladwig erläuterte das Hochwasserschutzkonzept der Stadt Seesen, das im Februar bereits in Rhüden vorgestellt wurde.

Vorstandsmitglieder Uwe Proboszcz und Sven Ladwig informieren während der JHV über neueste Entwicklungen

Während der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Talsperre Bornhausen, die am vergangenen Donnerstag in der Gaststätte Pflug abgehalten wurde, konnte der 1. Vorsitzende Uwe Proboszcz über die jüngsten Entwicklungen bezüglich des vorbereiteten Planfeststellungsverfahren berichten. Das Verfahren soll in Kürze eingeleitet werden, wann genau steht jedoch noch nicht fest. Der Bau der Talsperre wurde bekanntlich durch den Rat der Stadt Seesen zugestimmt, obwohl – und das bemängelte die IG Talsperre – die endgültig zu erwartenden Kosten noch nicht feststehen würden. Die Talsperre soll ein Stauvolumen von 810.00 Kubikmetern haben und wird von den Bornhäuser Talsperrengegner seit Jahren mehr als kritisch betrachtet. Sie wehren sich vehement gegen einen Bau und suchen nach Alternativen.
Proboszcs gewährte allen Anwesenden eine Einsicht von den Aktivitäten des zurückliegenden Vereinsjahres, zu denen unter anderem die Teilnahme am „Vereinslöschen" anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Bornhausen gehörte. Der 1. Vorsitzende lobte die konstruktive Zusammenarbeit des Vorstandes und aller 59 Mitglieder, die der Verein mittlerweile zählt. Zu den Gästen der Jahreshauptversammlung gehörten übrigens auch einige Mitglieder des Ortsrates, die die Aktivitäten des Vereins zur Kenntnis nahmen. Zu den Arbeitsmaßnahmen zählte eine Begehung der Schildau, die im September 2012 stattfand. Dabei wurden erhebliche Abflusshindernisse festgestellt.
Uwe Proboszcs: „Nachdem der Unterhaltungsverband Nette informiert wurde, räumte dieser die Stellen frei. Die abgerutschten Steinquader wurden höhen- und fachgerecht in den befestigten Uferbereich wieder eingebaut.“ Zudem bedankte sich Proboszcz bei Axel Borchert, der Brunnenmessungen durchgeführt hatte.
Hochwasserschutzkonzept der Stadt Seesen von 
Sven Ladwig vorgestellt

Im September besuchten die beiden Vorstandsmitglieder Sieglinde Kranat-Kook und Sven Ladwig die Bürgerinitiative „Rettet das Selketal“, welche von dem geplanten Talsperrenbau vor ähnlichen Problemen steht. In der Gaststätte „Zum Pflug“ wurde im November ein Infogespräch mit dem ehemaligen Landrat Stephan Manke und der Landtagsabgeordneten Emmerich-Kopatsch organisiert, in dem die Gesamtsituation des möglichen Baues einer Talsperre behandelt wurde. Leider kann es nicht, wie zugesagt, zu einem weiteren Treffen mit Manke kommen, da dieser nach der Landtagswahl als Staatssekretär im Niedersächsischen Innenministerium tätig ist.
Im Februar dieses Jahres trafen sich die Mitglieder mit Vertretern von Bund und NABU in der Feldmark Bornhausen, die dem Verein weitere Unterstützung zusagten.
Im gleichen Zeitraum wurde in Rhüden eine Einwohnerversammlung veranstaltet, bei der das Hochwasserschutzgesamtkonzept vorgestellt wurde. Falls das Planfeststellungsverfahren tatsächlich demnächst eröffnet wird, wie der Ausbauverband ankündigte, will der Verein seinen Rechtsanwalt entsprechend einschalten.
Im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung stellte der 2. Vorsitzende Sven Ladwig das Hochwasserschutzkonzept der Stadt Seesen für Rhüden vor. Dieses Konzept, das durchaus kompliziert und sich mehr oder weniger nur von Fachleuten beurteilen lässt, will Bürgermeister Erik Homann, auch noch einmal im Rahmen einer Einwohnerversammlung in Bornhausen vorstellen, schließlich sind die Bornhäuser durch den Bau der Talsperre mittelbar betroffen. Das Konzept wurde durchaus kritisch angesehen.
Auch wurde an dem Abend noch einmal das Thema der Prüfbrunnen angesprochen. Hier kam die Frage auf, warum es im Ort keine Prüfbrunnen gebe. Der Ortsrat wurde um Unterstützung gebeten, und der stellvertretende Ortsbürgermeister Hans-Walter Pallinger versprach, diesen Punkt in der nächsten Ortsratssitzung einzubringen. Beschlossen wurde zudem, dass die mittlerweile sehr gut aufgebaute Homepage durch Mittel des Vereins finanziert werden soll, damit auch Verlinkungen möglich sind. Die Homepage ist zu erreichen unter www.talsperre-bornhausen.de.
Der Vorstand mit Uwe Proboszcz (1. Vorsitzender), Sven Ladwig (2. Vorsitzender), Sieglinde Kranat-Kook (Schriftführerin) und Bernd Puhst (Kassenwart) wurde zum Ende der Versammlung einstimmig wiedergewählt und will gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern weiter im Interesse der IG Talsperre die Arbeiten fortführen.