Im Schulterschluss: „Seepferdchen“-Pilotprojekt war ein Erfolg

In den Frühlingsmonaten des vergangenen Jahres hatte der Arbeitskreis „Integration“ des Präventionsrates der Stadt Seesen sein „Sportpaten“-Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel: Kinder sollen sich unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft sportlich entfalten können. Da viele Familien finanziell aber nicht in der Lage sind, ihrem Kind die Mitgliedschaft in einem Sportverein zu ermöglichen, wurden „Sportpaten“ zur Finanzierung des Vereinsbeitrages beziehungsweise zur anderweitigen Unterstützung gesucht.
Nach einem recht vielversprechenden Start legte man im Mai dieses Jahres nach und nahm das Sportpaten-Projekt „Seepferdchen“ in Angriff. Nach den Worten von Integrationslotsin Marianne Kucz ging es kurzfristig darum, den Schulanfängern des Jahres 2010 einen Seepferdchen-Schwimmkurs zu ermöglichen. Der Fokus liegt dabei zunächst einmal bei den Kindern aus der Kernstadt. Hier wurde in den Tagesstätten ein Bedarf von etwa 30 Frühschwimmerabzeichen ermittelt.
„Der Kurs kostet 75 Euro. Dieser Preis ist insbesondere für Kinder aus sozial schwachen Familien oft nicht leistbar“, sagt Marianne Kucz. Ziel des Sportpaten-Pilotprojektes sei es nun gewesen, die Kosten der Selbstbeteiligung für die Familien deutlich zu senken. Das sei hervorragend gelungen, und zwar dank einer beträchtlichen Fördersumme der Stadt Seesen, einer Spende des Lady Lions-Clubs Seesen-Osterode „Roswitha von Gandersheim“ sowie der Unterstützung der „sehusa wasserwelt“. Hier waren es neben Schwimmmeister Karsten Droska vor allem Chris Fischer, Stefan Neufeld, Tobias Haumann und Katharina Hartung, die die angehenden ABC-Schützen innerhalb von drei Wochen mit dem feuchten Element vertraut machten. Ziel war dabei vor allem die Wassergewöhnung. „Die Kinder sollen einfach ihre Angst verlieren und erste Schwimm- und Taucherfahrungen sammeln“, machte Karsten Droska deutlich. Und er appellierte an die Eltern, jetzt mit den Kindern weiter zu üben.
„Wir wollen letztlich erreichen, dass alle Kinder aus dem Stadtgebiet schwimmen können“, sagte Bürgermeister Hubert Jahns zum erfolgreichen Abschluss des Pilotprojektes. Daher habe der Rat der Stadt auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt. Auf lange Sicht gesehen soll nun ein Konzept zur Schwimmbefähigung aller Kinder im Jahr vor der Einschulung etabliert werden.