Infektiologie – Antibiotika – Hygiene - Interdisziplinäre Fortbildung in den Asklepios Kliniken Schildautal

Neben der Sepsis und allgemeinen Antibiotika Therapie kommt der Hygiene ein entscheidender Faktor hinzu. (Foto: Asklepios)
 
(Foto: Asklepios)

Eine wichtige Fortbildungsveranstaltung fand am 19. Oktober erneut in der Schildautalklinik statt. Die Behandlung infektiologischer Krankheitsbilder erfordert einen hohen Sachverstand sowohl in der Diagnostik als auch in der raschen korrekten Erstbehandlung. Dies gilt auch bei der Behandlung des Organversagens auf der Intensivstation.

Die Seesener Klinik für Innere Medizin und Intensivmedizin hat seit vielen Jahren hier einen Ihrer Schwerpunkte. Die Ergebnisse bei Patienten in Deutschland mit Blutvergiftung (Sepsis) liegen aber hinter denen anderer westeuropäischer Länder. Teilweise liegt dies an nicht immer ausreichend vorhandenem qualifizierten Personal oder strukturellen Problemen. Im vom Gesundheitsministerium geförderten Qualitätsbündnis Sepsis (Abkürzung ICOSMOS), welcher federführend von der Uniklinik Jena geleitet wird, haben sich rund 60 Krankenhäuser Deutschlandweit zusammengeschlossen und teilen gemeinsam ihre Behandlungsdaten, um so Verbesserungspotential wissenschaftlich fundiert aufspüren zu können. Bei der Gruppe der beteiligten Kliniken handelt es sich ohnehin um Kliniken, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und dazu auch wissenschaftlich publiziert haben. Diese transparente interne Auseinandersetzung ist viel fruchtbarer als die von der Politik gewollte pay-for-performance Qualitätskontrolle, so Professor Ortlepp. Hier habe er Bedenken vor einem „Winterkorn-Effekt“. Neben der Diskussion wissenschaftlich neuer Erkenntnisse zur Therapie wurde auch eine breite Auswahl der Antibiotika-Therapien diskutiert. Neben grundsätzlicher Zurückhaltung bei Nasen-Nebenhöhlen-Entzündungen und Bronchitis hat die amerikanische Aufsichtsbehörde FDA vor dem zu breiten Einsatz einer bestimmten Antibiotikagruppe (Fluorchinolone - bei uns v.a. Ciprofloxacin) gewarnt. Als anerkannter Experte und Sprecher des Medical Boards Innere Medizin des gesamten Asklepios Konzerns hat Professor Ortlepp federführend die neuen Antibiotika-Empfehlungen für den Asklepios Konzern zusammengestellt.

Neben der Sepsis und allgemeinen Antibiotika Therapie kommt der Hygiene ein entscheidender Faktor hinzu. Diese Felder darf man nie trennen und muss sich in beiden stark engagieren, so der Ärztliche Direktor der Schildautalklinik. Die Seesener Klinik hat als einzige Klinik der Region den Silberstatus bei der Aktion saubere Hände. Durch die interne Auszeichnung der Asklepios Klinik Goslar für die Übernahme des Seesener Modells beim MRSA Screening (ab 2012 durchgeführt) fühlt man sich für das seit Jahren starke Engagement um Frau Scholze, Herrn Tappe, Frau Mittendorf-Oberbeck und Professor Ortlepp bestätigt. Die Händedesinfektion bleibt entscheidend und wird inzwischen auch für Besucher und Patienten eindeutig empfohlen. Mitpatienten und patientennahe Flächen wie Nachttisch und Bett sind auch Risikobereiche, welche im Fokus liegen müssen.

Zum Schluss stellte Professor Ortlepp ein Modell vor, in dem mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Goslar, Frau Dr. Dlubis-Dach und mit dem Rettungsdienst der Kreiswirtschaftsbetriebe, Herrn Dr. Steffen die Hygienestandards von Krankenhaus, Rettungsdienst und Pflegeheim abgeglichen und konsentiert wurden. Da die Erreger sich nicht nach der Versorgungsstufe der Patienten orientieren, wurde dieses Vorgehen sehr positiv aufgenommen.

Die gelungene Veranstaltung, an der etwa 70 Fachvertreter teilnahmen, endete in einem sehr konstruktiven fachlichen Austausch.