Innenstadt 2.0

So voll wie beim diesjährigen Herbstfest ist die Seesener Innenstadt nur selten. Mit dem „Schaufenster Seesen“ soll die Vermarktung künftig verbessert werden und auch an normalen Werktagen und Wochenenden mehr Besucher in das Herzstück der City locken.

Stadtmarketing führt mit „Schaufenster Seesen“ ein zukunftsweisendes Werbeinstrument ein

„In Seesen shoppen zu gehen, lohnt sich nicht“ oder, „wenn ich einkaufen will, fahre ich nach Braunschweig oder nach Hannover, denn in Seesen ist die Auswahl viel zu gering“. Mit diesen und ähnlichen Vorurteilen möchte das Seesener Stadtmarketing mit seiner neuen langfristig angelegten Aktion „Schaufenster Seesen“ aufräumen, denn das Team um Stadtmarketing-Chef Thorsten Scheerer ist überzeugt, dass die Sehusastadt in Sachen Einkaufserlebnis deutlich mehr zu bieten hat, als der erste Blick vermuten lässt.

Um künftig einen passgenauen Überblick über die Einkaufs- und Shoppingmöglichkeiten in der Innenstadt zu bieten wird das Stadtmarketing noch in diesem Monat eine medienübergreifende Plattform einführen, die neben einem Printprodukt in Form einer Hochglanzbroschüre auch drei verschiedene internetbasierte Kanäle abdeckt. Neben einer Homepage, die als Basis dient, wird es eine Facebook-Seite und eine Smartphone-App geben. Ziel ist es, potenzielle Kunden beziehungsweise Besucher der Innenstadt über die Vielzahl an Geschäften, Dienstleistern und gastronomischen Betrieben zu informieren. Neben Hinweisen über die Öffnungszeiten und dem Standort des jeweiligen Geschäfts wird die Homepage oder wahlweise die App umfassende Informationen über die Angebote und das Sortiment bieten. Zusätzlich sind auch Meldungen über aktuelle Angebote wie beispielsweise einem preisgünstigen Mittagstisch in einem Restaurant oder besondere Schnäppchen in den Geschäften des Einzelhandels geplant.
Sabine Hagemann, die das Projekt federführend in die Wege geleitet hat, verspricht sich vom „Schaufenster Seesen“ einen nachhaltigen Werbeeffekt für die Innenstadt, möchte aber gleichzeitig auch den Geschäften in Sachen Internetpräsenz unter die Arme greifen. „Zahlreiche Geschäfte sind gar nicht oder nur unzureichend im Internet vertreten. Dabei steht fest, dass wer sich dem Internet auf lange Sicht verweigert, erhebliche Wettbewerbsnachteile befürchten muss.“ Das soll aber nicht heißen, dass die Geschäfte ihr Handeln auf das Internet ausweiten sollen, sondern ihren Kunden auf diesem Weg Infos über Öffnungszeiten und das Sortiment unterbreiten. „Wie oft fragt man sich, wie lange dieses oder jenes Geschäft geöffnet hat? Mit der Internetseite, der Facebook-Präsenz und der Smartphone-App wird diese Frage in Zukunft überflüssig“, ist Citymanagerin Hagemann überzeugt. Darüber hinaus können sich die Kunden auch schon vorab über das jeweilige Sortiment informieren und so herausfinden, ob bestimmte Marken oder Dienstleistungen verfügbar sind.
Das Herzstück der Internetseite und der App wird eine Suchfunktion bilden, die füttert man sie beispielsweise mit Schlagwörtern wie „Schuhe“ oder „E-Bike“ zu den Geschäften führt, die derlei Dinge im Angebot haben. Bin ich also auf der Suche nach einer bestimmten Bekleidungsmarke kann mir das „Schaufenster Seesen“ derartige Informationen bequem bereitstellen.
Bisher haben sich 30 Geschäfte, Restaurants und Dienstleister für eine Teilnahme am „Schaufenster Seesen“ entschieden. Im Büro des Stadtmarketings ist man aber zuversichtlich, dass es künftig noch deutlich mehr werden. Die Kosten dürften kein Argument für eine Ablehnung sein. Stadtmarketing-Mitglieder bekommen großzügige Nachlässe eingeräumt, aber auch Geschäfte, die nicht Mitglied sind, werden durch den monatlich zu zahlenden Betrag nicht in Schwierigkeiten kommen.
„Wir wollen vom Image der Innenstadt den Staub abwischen, und zeigen, dass Seesen als Mittelzentrum alles für den täglichen Bedarf bietet und sogar noch darüber hinaus“, erklärt Stadtmarketingchef Scheerer. Die Seesener Innenstadt, so sehen es Scheerer und Hagemann, sei vergleichbar mit einem Einkaufscenter unter freiem Himmel. Es gibt eine große Zahl an spezialisierten Fachgeschäften, die alle fußläufig und in kurzer Zeit erreichbar sind.
„Den vollständigen Leistungsumfang der Innenstadt, können wir natürlich nur abbilden, wenn auch die Geschäfte dabei sind, die sich bisher versperren. Daran werden wir aber arbeiten“, sagt Scheerer.
Neben dem Einzelhandels- und Dienstleistungssektor wird das „Schaufenster Seesen“ auch mit Informationen über Sehenswürdigkeiten aufwarten. Überdies werden auch freistehende Gewerbeobjekte über die Plattform angepriesen. So finden Interessierte unter anderem Hinweise darauf, welche Objekte angemietet oder gekauft werden können.
Grundsätzlich erhoffen sich Scheerer und Hagemann vom „Schaufenster Seesen“ nicht nur die Präsentation der Innenstadt als Einkaufsmeile, sondern sie wollen auch das Image der Sehusastadt aufpolieren. „Das „Schaufenster“ Seesen soll uns als frische, nicht verstaubte Stadt präsentieren, die viel zu bieten hat und sich ein Abstecher zu uns lohnt“, so Sabine Hagemann.
Aktuell wird noch mit Hochdruck an der Realisation gearbeitet, Internetseite, App, Facebook-Präsenz und die Broschüre sollen aber noch in diesem Monat an den Start gehen.