Innovationspreis 2013 für Galloway-Hof Rhüden

Die sechs Nominierten (v.l.): Frank Bode - Fermacell GmbH, Jungunternehmer Sven Hoffmann, Bürgermeister Erik Homann, Preisträgerin des Innovationspreises 2013 Sabine Kirsch und Tochter Carmen Kirsch, Anja Fehrmann - Lebenshilfe Bad Gandersheim Seesen e.V., Sandy Heinzel - Seesener Beobachter, Ulrich Hartmann und Uwe Kloss - Ardagh Metal Packaging Germany GmbH.

Ist „gutes Fleisch und Wurst“ aus artgerechter Haltung einen Innovationspreis wert? Die Juroren beim diesjährigen Wirtschaftsgespräch der Stadt Seesen im großen Saal der Seniorenwohnanlage „Am Schildberg“ in Seesen, sahen es so.

Von Antonio Mateo

Sechs sehr unterschiedliche Ideen schafften die Nominierung zum 1. Seesener Innovationspreis. „Heute werden Ideen vorgestellt, die zeigen, wie vielfältig Seesen ist und was hier geleistet wird.“ machte Bürgermeister Erik Homann bei der Eröffnung deutlich. Vor rund 80 Teilnehmern wurden die eingereichten Ideen präsentiert. Je fünf Minuten blieb den nominierten Bewerbern, sich und Ihre „Idee“ vorzustellen. In der darauf folgenden Abstimmung konnten die Teilnehmer ihre Stimme an einen Nominierten vergeben. „Es war ein enges Ergebnis“, berichtete Bürgermeister Erik Homann vor der Siegerehrung und betonte, dass jede dieser Ideen den Innovationspreis verdient hätte.

Das Rennen machte schließlich der „Gallowayhof Rhüden“ von Sabine Kirsch. Gemeinsam mit ihrer Tochter Carmen, stellte sie ihren Betrieb einer Galloway-Zucht mit Fleischvermarktung, sowie Reithalle mit Pensionspferdehaltung vor. Der Betrieb zeigte Alternativen zur Massentierhaltung auf, ohne ganz auf Fleisch verzichten zu müssen. Der Kernpunkt des Betriebes liegt in der artgerechten Haltung der Rinder. Riesige, nicht gedüngte Weiden im Sommer, Laufstall im Winter, gefüttert mit Heu, Silage, Stroh sowie der Verzicht auf Mastfutter, bilden neben der professionellen Schlachtung, die Grundlage für gesundes langsam gereiftes Fleisch. Wie Inhaberin Sabine Kirsch in ihrem Vortrag berichtete plane sie den Betrieb zukünftig ganz auf „BIO“ umzustellen. Dafür liefen bereits Verhandlungen mit „Bioland“ um den Verbrauchern eine Garantie für die Herstellung des Fleisches bieten zu können.

„Ich glaube, die vielen schlechten Nachrichten und Skandale in jüngster Zeit, haben geholfen, dass unsere Idee so gut angenommen wurde“, erklärt Sie gegenüber dem "Beobachter". Auch Elke Starp, Unternehmerin aus Seesen und Teilnehmerin der Wirtschaftsgespräche, gab dieser Idee ihre Stimme. „Für mich ist „gutes Essen“ sehr wichtig!“. Qualität statt Quantität ist für sie wichtiger als ein günstiger Preis. Und mit dieser Meinung stand sie offenbar nicht allein da, denn Fleisch und Wurst aus artgerechter Haltung erhielt an diesem Abend die meisten Stimmen. Neben einem Blumenstrauß erhielt die Preisträgerin einen Ehrenpreis (Pokal Fenster zum Harz) aus den Händen des Bürgermeisters überreicht und die Möglichkeit ihre Idee öffentlichkeitswirksam zu verbreiten.

Auf den 2. Platz kam die Idee der Gipsfaser-Platte „Greenline“ der Fermacell GmbH, gefolgt von den Ideen und Konzepten der Lebenshilfe Bad Gandershein – Seesen e.V. (Familienzentrum), „Flexidec“ der Ardagh Metal Packaging Germany GmbH, die Restauration vom „Möbel-Einzelstücken“ von Jungunternehmer Sven Hoffmann und dem „BuS – Beobachter und Schule“ Projekt vom Seesener Beobachter. Bereits im nächsten Jahr geht der Innovationspreis in eine neue Runde.