„Ja, sind die denn blind in Hannover?”

Rund 250 Betroffene und einige Sympathisanten kamen zur Demonstration ans Bürgerhaus.

Hochwasser-Betroffene haben es endgültig satt / Rhüdener und Bornhäuser wollen endlich Taten sehen

„Rettet unser Zuhause”, „Baggert endlich mal die Nette aus – dann läuft das Wasser nicht mehr ins Haus”, Sandsäcke reichen nicht. Der Damm muss her”. Mit diesen und vielen weiteren Transparenten, mit Tröten und Trillerpfeifen und sicherlich auch einer gehörigen Portion Wut im Bauch waren am Mittwochabend geschätzt 250 Menschen aus Rhüden und Bornhausen nach Seesen gekommen.
„Wir haben die Faxen dicke, die Politiker kennen doch gar kein Hochwasser, darum werden wir auch nicht ernst genommen”, echauffierte sich ein vom Hochwasser Betroffener schon vor der Demo. Gemeinsam mit seiner Familie war er wie viele andere Betroffene gekommen, um zu zeigen, dass man endlich, endlich Taten sehen wolle.

Bürgermeister Erik Homann: „Ich bin froh, dass Sie
hier sind und Stunk machen!”

„Wir müssen handeln! Jetzt!“ Diese Maxime hatten sich in der vergangenen Woche Einwohner aus den beiden Stadtteilen Rhüden und Bornhausen auf die Fahnen geschrieben und eine Bürgerinitiative Hochwasser gegründet. An erster Stelle geht es den Aktivposten um Magnus Hirschfeld um einen gemeinsamen Hochwasserschutz für Rhüden und Bornhausen. Die trifft es regelmäßig – so auch bei der jüngsten Flut – am heftigsten.
Die Ratssitzung in Seesen am Mittwochabend bot für die Betroffenen den Anlass, um darzustellen, dass man mehr erwarte als immer wiederkehrende Zusagen, Planungszwänge und Hindernisse, die nicht aus dem Weg geräumt werden können. Gleichwohl stelle sich relativ schnell heraus, dass der Stadtrat in Seesen grundsätzlich die falsche Adresse ist, wenn es um die Entscheidungshoheit geht!


Wie viel Geld für Hochwasserschutz Landesweit bereit stehen, erfahren Sie in der gedruckten Ausgabe des „Beobachters“ vom 15. September 2017.