Jährlicher Hospiz-Brunch mit poetischer Dichterlesung

Prof. Dr. Franco Rest.
 
Annette Schramm.

Prof. Dr. Franco Rest am 5. November im Kirchenzentrum zu Gast /Theater am 8. November /Vortrag am 1. Dezember

Seesen (hz / bo). Wenn sich die Blätter wieder verfärben, die Tage kürzer werden und die Herbstwinde um die Nase wehen, wird es Zeit für eine Einladung zum Hospiz-Brunch der Horizont Hospiz­initiative in Seesen. In diesem Jahr soll der Brunch am Sonnabend, 5. November, von 11 bis 13.30 Uhr im Evangelischen Kirchenzentrum mit einer poetisch-hospizlichen Dichterlesung stattfinden.
In diesem Jahr hat Prof. Dr. Franco Rest aus Dortmund zugesagt, aus seinem poetischen Werk zu lesen. Seine Ehefrau ist Mitbegründerin der Poesie- und Lyriktherapie. Nach ihrer schweren Erkrankung führt er ihr Werk weiter. Er selbst hat poetisch-lyrische Texte, wie beispielsweise das im Hospiz-Verlag erschienene Werk „Endliches Erleben“ oder seine „Trotzdemgesänge“ herausgegeben. Rest hat wesentliche Beiträge zur Entwicklung der hospizlichen und palliativen Kultur in Deutschland geleistet und maßgeblich zur Diskussion über die Bedeutung von Sterbebegleitung und Sterbebeistand beigetragen. Seit 1973 betreibt er Forschungen zur Hospizarbeit, Anti-Euthanasie, Netzwerkbildung und Thanatologie. Prof. Dr. Frank Rest ist Autor von über 280 Publikationen und erhielt 2006 für seine Verdienste um die Hospizbewegung in Deutschland den Landesverdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und den Forschungspreis der Fachhochschule Dortmund zur „Hospizforschung“.
Im Anschluss an die Lesung ist Gelegenheit, sich bei gu­tem Essen und Trinken untereinander auszutauschen. Um Anmeldung bei Pfarrer Tim-Florian Meyer unter Telefon (05381) 942913 wird bis zum 30. Oktober gebeten.
Die nächste Veranstaltung derHorizont Hospizinitiative Seesen ist dann am Dienstag, 8. November, um 19.30 Uhr. Dann wird Annette Schramm zu Gast im Evangelischen Kirchenzentrum sein und „Die Unsterblichkeit des Sandkuchens“ aufführen. Das Theaterspiel vom Abschied und vom Weiterleben von und mit Annette Schramm präsentiert sieben Menschen, die auf ihr bisheriges Leben zurückbli­cken und aussprechen, was aus ihren Erinnerungen aufscheint, sie beschäftigt und jetzt noch wichtig ist.
Daraus ergeben sich besondere Augenblicke des Abschieds, die angesichts der Todesnähe als intensiv und bedeutsam erlebbar sind. Im folgenden Teil der Aufführung wird ein phasenhaftes Hindurchgehen durch den Trauerprozess dargestellt – und zwar mit Hilfe von wenigen Requisiten, Bewegung und Sprache. Am Ende kommt Franziska auf die Bühne – sie lebt, trotz des Verlustes naher Angehöriger, ihr eigenes Leben weiter. Ermutigend und hoffnungsfroh.
Mit Annette Schramm kehrt eine Bühnenkünstlerin nach Seesen zurück, die bereits im Herbst 2007 mit ihrem Solostück „Franka geht – Monologe an der Schwelle“ ihr Publikum fasziniert hat.
Im Dezember stellt sich die Horizont Hospizinitiative Seesen dann gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Hoffman die Frage: Was heißt „In Würde sterben?“. Am 1. Dezember ist Hoffmann, von der Fern-Universität in Hagen, dann im Evangelischen Kirchenzentrum zu Besuch und spricht über den Streit um Euthanasie und Sterbehilfe.
Philosophische und historische Zugänge führen zu der hochaktuellen und brisanten Fragestellung, die im Titel dieses Vortrags (Was heißt „In Würde sterben?“) von Prof. Dr. Thomas Hoffmann anklingt. Worin besteht menschliche Würde in der letzten Phase des Lebens, wenn schwerste Erkrankung dieses Leben prägt? Wer hilft tatsächlich wem, wenn es dabei um Sterbehilfe geht? Kann es ein Recht auf Beihilfe zum Suizid oder gar auf die Tötung auf Verlangen geben? Was bedeutet „Patientenautonomie“ in diesem Zusammenhang, und wie weit kann sie gehen? Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmen die Antwortversuche auf diese Fragen derzeit mit?
Eine differenzierte (Er-) Klärung der Begriffe und sachliche ethische Argumente können dem Einzelnen sowie der Gesellschaft helfen, zu einer Haltung zu gelangen, die dem Leben und seiner Würde dient. Im Anschluss an seinen Vortrag steht Prof. Dr. Thomas Hoffmann zur Diskussion zur Verfügung.