Japanische Delegation im Städtischen Museum zu Gast

Museumsleiter Friedrich Orend zusammen mit der Delegation aus Japan vor dem ehemaligen Jagdschloss. (Foto: bo)

Fernöstliche Klaviertechniker von der Steinway-Abteilung begeistert

Seesen (bo). Jüngst war eine Gruppe der „Steinway Kai“ zu Besuch in Seesen. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Zusammenschluss japanischer Klaviertechniker und -händler, die sich der Marke „Steinway & Sons“ verschrieben haben. Jedes Jahr macht sich eine kleine, handverlesene Delegation der „Kais“ auf den Weg ins Hamburger Werk von „Steinway & Sons“ um dort den letzten Feinschliff in Sachen Klavier zu erhalten.
Einmal in Deutschland, lassen es sich die Besucher aus Fernost traditionsgemäß nicht nehmen, die Wiege der weltberühmten Instrumente im Vorharz zu besuchen. Organisiert wird die Reise inzwischen vom „Service Manager“ Steinway & Sons Japan Shinji Mishima. Mit von der Partie war in diesem Jahr der japanische „Director Marketing & Sales“ Masahide Joseph Minejima.
Zunächst ging es in die St.-Andreas-Kirche, den Ort an dem alles begann. Hier heiratete am 15. Mai 1825 Heinrich Engelhard Steinweg seine Juliane. Als Hochzeitsgeschenk hatte er ihr ein selbst- gebautes Klavier geschenkt. Die Familiengeschichte der Steinways überliefert, dass der musikalische Bräutigam während des Gottesdienstes selbst die Orgel gespielt habe, während die Braut den Blasebalg bediente. Heute erledigt das ein Elektromotor.
Die alte Orgel aber – gibt es immer noch. Probstei-Kantor Andreas Pasemann nutzte die Gelegenheit, den faszinierten Gästen sein „Schmuckstück“ zu erklären und vorzuführen.
Perfekt auf das Thema eingestimmt wechselte die Gruppe hinüber in das neugestaltete Museum. In der Steinway-Abteilung erregte dann nicht nur der hier ausgestellte erste „Steinway & Sons“ aus dem Jahr 1853 das Interesse der Klavierprofis. Ungeteilte Beachtung fand auch die „Längste Klaviersaite der Welt“. An diesem großformatigen Anschauungsobjekt können nicht nur Techniker, sondern auch Laien erfahren wie der Klang im Klavier entsteht.
Ein Stadtrundgang zum ehemaligen Standort der Steinwegschen Pianomanufaktur in der heutigen Poststraße rundete den gelungenen Besuch Seesens ab.