„Jedermänner“ des MTV wiederholen Thale-Tour von 1990

Die heutigen „MTV-Jedermänner“ an einem mystischen Ort – dem Hexentanzplatz hoch über dem Bodetal. Foto: Sander (Foto: Sander)

Ohne Grenzformalitäten „eingereist" / Überall war „der Teufel“ los

Seesen/Thale (hs). Als im Jahre 1990 der „Eiserne Vorhang“ endlich gefallen und die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten gerade erst ein paar Wochen zuvor erfolgt war, gab es für die „Jedermänner“ des MTV Seesen unter ihrem Übungsleiter Albert Gründler kein anderes Ziel für ihre obligatorische „Vatertagstour“ als Thale am Ostharz mit seinen touristischen Höhepunkten: das Bodetal, der Hexentanzplatz und die Rosstrappe, waren jetzt doch die lästigen Reiseformalitäten entfallen und mussten nicht mehr weite Umwege über die vorbestimmten Zonengrenzkontrollpunkte zurückgelegt werden. Außerdem hatten Seesen und Thale eine Städtepartnerschaft geschlossen, und da war es schon fast Ehrensache, der Stadt auf der anderen Seite des Harzes bei dieser Gelegenheit einen Besuch abzustatten.
In diesem Jahr hatte nun Albert Gründler den ganz besonderen Wunsch, diese Vatertagswanderung zu wiederholen, und zwar sollten nach Möglichkeit alle die „Jedermänner“ mitwandern, die auch schon vor 21 Jahren dabei gewesen sind. Nun, alle konnten aus gesundheitlichen, altersbedingten oder terminlichen Gründen nicht mehr dabei sein, aber sieben „Aufrechte“ waren es dennoch, die sich, unterstützt von Nachwuchskräften, mit dem MTV-Vereinsbus und Privat-Pkw auf den Weg machten.
Bedingt durch das schöne Wetter an diesem Tage, war in Thale, und hier besonders an den erwähnten Orten, im wahrsten Sinne des Wortes „der Teufel“ los, ganz abgesehen auch von den hübschen Hexen, die sich an diesem Tage unter das „Mannsvolk“ gemischt hatten.
Von Hexentanzplatz aus, den sie mit der Kabinenbahn sicher, majestätisch und gefühlvoll auf 431 Meter ansteuerten, genossen sie hoch über dem unbändigen Bodetal herrliche Aussichten über den Grand Canyon des Harzes, die ihnen am Boden verwehrt geblieben wären. Danach wählten sich die „Jedermänner“ nach einem Weg auf dem Hochplateau einen nicht gerade leicht zu bewältigenden Abstieg in das Bodetal hinab, wo, wie entgegenkommende Ostharzer bemerkten, die Steine immer noch die gleichen sind.
Unten angekommen, wurde eine zünftige Pause eingelegt, bevor es langsam wieder auf den Heimweg ging. Dabei wurde noch bestaunt, mit welcher Geschicklichkeit sich Wagemutige durch den Hochseilpark in den Bäumen über der Bode hangelten.