Jetzt auf die „Männer in Orange“ aufpassen

Autobahnbaustellen in Niedersachsen: „Fuß vom Gas – Augen auf“

Seesen (bo). Aufpassen auf die „Männer in Orange“: Zu hoher Rücksicht gegenüber Straßenbauarbeitern auf Autobahnen hat die IG BAU Braunschweig-Goslar die Autofahrer aufgerufen. In diesem Sommer werde allein in Niedersachsen auf rund 338,7 Autobahnkilometern gebaggert und asphaltiert. „Straßenbauer haben einen der gefährlichsten Jobs – und keine Knautschzone.
Für die Autofahrer gilt deshalb: Fuß vom Gas – Augen auf“, sagt Karl-Heinz Ehrenberg. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Braunschweig-Goslar verweist auf das „enorm hohe Unfallrisiko beim Straßenbau“. Es sei doppelt so hoch wie in anderen Bereichen der gewerblichen Wirtschaft.
Besonders gefährlich ist nach Angaben der IG BAU das Einrichten von Baustellen. „Wenn Straßenbauer die rot-weißen Hütchen – die Pylone – aufstellen, stehen sie auf der Fahrbahn mitten im Verkehr. Gerade bei Wanderbaustellen ist das eine dauerhafte Gefahr“, so Ehrenberg. Besonders kritisch seien Sommerbaustellen: „Straßenbauer müssen in brütender Hitze auf heißem Asphalt arbeiten. Und viele können von einem Acht-Stunden-Tag nur träumen. Sie müssen gerade im Sommer etliche Überstunden machen. Da lässt die Konzentration schon mal nach“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Auto- und Lkw-Fahrer sollten dies berücksichtigen, wenn sie in eine Autobahnbaustelle fahren.
Eine besondere Gefahr gebe es zudem bei Nachtbaustellen: „Das Arbeiten im grellen Scheinwerferlicht macht es schwer, den Verkehr im dunklen Drumherum mitzubekommen“, so Karl-Heinz Ehrenberg. Bundesweit werden nach Angaben der IG BAU in diesem Sommer rund 2400 Kilometer Autobahn saniert oder neu gebaut.