JGS-Schüler gedenken den Opfern der Gewalt

Kranzniederlegung amSynagogen-Gedenkstein der Schule. (Foto: Frassl)

„Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit“ / Religionskurs bereitete Feier vor

Seesen (jf). „Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit.“ Mit der Projektion dieses Zitats von Dominic Brunner begann im Jacobson-Gymnasium die Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. auf 10. November 1938.
Das Textbild wurde durch „Sorry seems to bet he hardest word“ am Flügel begleitet. Der Religionskurs der 10. Klassen von Dietmar Schwieger hatte eine Feier vorbereitet, die sehr schülergerecht war und die Ereignisse der his­torischen Ereignisse in Handlungsperspektiven für heute setzte: Zivilcourage sei nicht nur definiert in Bezug auf bedrohliche Situationen: Zivilcourage fange schon viel früher an. Immer dann, wenn man etwas nicht gerecht findet, das Gefühl hat, dass etwas dagegen getan werden müsse, dann müsse das öffentlich werden. Zwei Beispiele von mutigem Einschreiten wurden anhand von Zeitungstexten illus­triert, in einem Video über „Zivilcourage mit Macht“ die Aufforderung des „Macht mit!“ gegeben.
Während die Klassen- und Jahrgangssprecher nacheinander die Kerzen entzündeten, die zur Form des Schullogos gestellt waren, verlasen die Mitglieder des Religionskurses 21 Statements zur Zivilcourage während der NS-Zeit. Am Ende der Gedenkfeier mit der Schulgemeinde im Pädagogischen Zentrum wurde die Dominik-Brunner-Stiftung kurz vorgestellt und das Anfangszitat eingeordnet.
„Dominic Brunner ist als Helfer mit Zivilcourage am 12. September 2009 am S-Bahnhof München-Solln Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens geworden. Er hat nicht weggesehen, sondern selbstlos geholfen, als andere in Not waren.“
Zusammen mit den Schülervertretern, den Gestaltern der Feier und dem Schulleiter Stefan Bungert wurde im Anschluss am Synagogen-Gedenkstein, wie jedes Jahr an dieser Stelle im Schulzentrum, der Seesener Ereignisse gedacht: Ein Blumengesteck wurde niedergelegt und der Erinnerungstext vorgelesen.