Jubiläumsprogramm lässt keine Wünsche offen

Ihn hat’s erwischt: Bürgermeister Homann wird rasiert.
 
Für alle Fälle bereit – die Zirkusfeuerwehr.

25. MTV-Weihnachtszirkus: Weltrekord bei Kastenwette / Bürgermeister Homann saß mit Messer an der Kehle

Hatte sich das zurückliegende Jahr 2012 für den MTV Seesen mit der 150-Jahr-Feier bereits als ein besonderes Datum in seiner Vereinsgeschichte erwiesen, so stand das nunmehr fast verflossene Jahr 2013 in dieser Hinsicht kaum nach.

Konnte dieser große Breitensportverein neben anderen sportlichen Vereinsveranstaltungen doch jetzt zu seinem 25. Weihnachtszirkus einladen, wiederum am Sonnabend vor dem 3. Advent. Und mit dieser Zirkusvorstellung der besonderen Art wurde allen Kindern erneut eine unvergessliche Weihnachtsfeier beschert. Eine Weihnachtsfeier, an der sie aber nicht nur als Konsumenten passiv teilnahmen, sondern die sie als ausgesprochen rege Akteure auch selbst mitgestalteten. Klar, dass bei soviel Engagement nicht nur die kleinen Mädchen und Jungen auf diesen Termin sehnsüchtig gewartet hatten, sondern auch die größeren von ihnen. Sie wollten doch nunmehr das, was sie im Laufe des Jahres in ihren Gruppen eifrig geübt hatten, ganz stolz ihren Eltern, Geschwistern oder Großeltern präsentieren.
Die Sporthalle war auch in diesem Jahr wieder mit weihnachtlichen Motiven liebevoll dekoriert und geschmückt, sodass bereits beim Betreten dieses ansonsten so nüchternen Raumes weihnachtliche Stimmung aufkam. Von der Decke hingen Fahnenleinen sternförmig herab und symbolisierten so das „Capitol“, während die zu einem Rund auf dem Hallenboden ausgelegten Sportmatten den Manegenrand anzeigten. Das mit Spielsachen festlich geschmückte Zirkusportal war in diesem Jahr zusätzlich noch mit einer übergroßen „25“ versehen. Eben als Hinweis darauf, dass der MTV-Weihnachtszirkus zum 25. Male in diesem Raum gastierte.
Das Zirkusprogramm, welches dann wie ein fantastisches Feuerwerk der Zirkuskunst geboten wurde, ließ nun wahrlich keine Wünsche mehr offen. Gezeigt wurde eine wirklich tolle Show mit teils artistischen Einlagen, mit der die Akteure ihr Publikum immer wieder zum Staunen brachten. Vielfach ließen die Vorführungen erkennen, dass ihnen viel harte Übung vorausgegangen war. Und selbstverständlich wurden diese Übungen auch vom dankbaren Publikum mit anerkennendem Applaus belohnt.
„Feurig“ wurde es, als einerseits Feuerschlucker und andererseits Feuerspringer ihre gewagten Kunststücke vollbrachten. Doch keine Sorge: neben den „Feuerlöschprofis“ der Freiwilligen Feuerwehr waren auch „schlauchsachverständige“ Clowns bereit zum Eingreifen – wenn es denn erforderlich geworden wäre.
Das Publikum wurde aber auch in das Geschehen in der Halle mit eingebunden. Und zwar mit der sogenannten „Kastenwette“. Es sollte die Zahl schätzen, wie viele größere und kleinere Kinder auf einem normalen Kastenoberteil Platz finden können. Diese Zahl war dann auf einem Zettel zu vermerken. Im Laufe des Programms würde dann die Auflösung erfolgen. Und die Auflösung brachte dann der Leichtathletik-Nachwuchs, indem er ganz anschaulich demonstrierte, wie sage und schreibe 25 (in Worten: fünfundzwanzig) Mädchen und Jungen auf dieser kleinen Fläche Platz finden können. Auf so kleinem Raum so eng beieinander konnten sie sich natürlich nur für einige Sekunden halten, aber dadurch auch einen neuen Weltrekord erreichen – dann sprangen sie auf die zum Schutz vor möglichen Verletzungen vorsorglich ausgelegten Weichböden nach allen Seiten hinunter.
Neben all diesem zirzensischen Programm wurde es dann noch einmal interessant, als Zirkusdirektor Hardy sein kleines Gehalt durch eine Nebenbeschäftigung als Friseurmeister aufbessern wollte. Er suchte sich eine geeignete Person auf der Tribüne und holte sich zur allgemeinen Erheiterung des Publikums unseren Bürgermeister, Erik Homann, als wehrloses Opfer in die Manege. Ein Haarschnitt selbst war bei ihm nicht erforderlich, doch wurde nach einem Test eine Rasur für dringend nötig erachtet, zumal der Bürgermeister noch Nachfolgetermine wahrzunehmen hatte und er auch dort gepflegt erscheinen musste.
Mit einem „Wittchequast“ zunächst vorsichtig und danach ganz herzhaft eingeseift, wurde die Rasur mit einem übergroßen „Spezial-Rasiermesser“ begonnen. Als ihm dieses Ungetüm von Messer dann an die Kehle gehalten und ihm zusätzlich auch noch eine Suggestivfrage gestellt wurde, hatte er endlich genug. Ihm gelang die Flucht unversehrt hinter den Vorhang.
Mit dem großen Finale klang dieser tolle Nachmittag leider viel zu früh aus. Wenn es im Laufe des Programms schon das ein oder andere Mal Beifall gab, so kannte zum Ende aller Vorführungen der Applaus keine Grenzen mehr. Besser hätte auch in diesem Jahr das Publikum seinen Dank nicht zum Ausdruck bringen können.
Dank und Anerkennung wurde aber auch an die fleißigen Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen, dem wieselflinken Aufbauteam, dem Theken- und Küchenteam sowie den Bereitschaften der Freiwilligen Feuerwehr und des Deutschen Rotens Kreuzes gesagt.
Der Weihnachtsmann hatte auch wieder einen Helfer in die Sporthalle geschickt und von diesem bekamen die Kinder ein kleines Geschenk mit auf den Heimweg. Und wie inzwischen zu erfahren war, bereitete dieses Geschenk den Kids soviel Freude, dass sie spontan ihre ansonsten doch für unverzichtbar gehaltenen Smart-Phones achtlos aus der Hand legten und an diesem aus unterschiedlich geformten kleinen Holzteilchen bestehenden „Crazy Tower“ ihre Fingerfertigkeit versuchten.
Nun heißt es, sich wieder ein Jahr lang zu gedulden, bis es danach endlich durch die Halle tönt: „Mange frei für den MTV-Weihnachtszirkus 2014“.
Wer sich noch einmal die Bilder anschauen möchte: Der MTV hat von diesem Weihnachtszirkus abermals eine Fotogalerie auf seiner Homepage erstellt. hs