Jugendarbeitslosigkeit steigt deutlich an

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen ist saisonbedingt gestiegen. Die Experten rechnen ab September mit einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt. (Foto: Strache)

Bester Zeitpunkt für Unternehmen sich junge Fachkräfte zu sichern / Große Zahl offener Stellen

Von Maximilian Strache, Seesen / Goslar

Jedes Jahr zum Ende des Schul- und Ausbildungsjahres steigt die Zahl der Jugendarbeitslosigkeit. Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Goslar ist die Arbeitslosenzahl ob dieser Situation leicht angestiegen. Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Goslar ist über die aktuelle Entwicklung jedoch nicht erstaunt: „Wie jedes Jahr um diese Zeit ist die Zahl der jungen Arbeitslosen deutlich gestiegen. Die Gründe dafür sind zum einen auf das Ende des Schuljahres zurückzuführen. Zum anderen wurden etliche Auszubildende nach Ende ihrer Lehre nicht übernommen.“
Voelcker rät deshalb den Unternehmen sich jetzt auf die Suche nach jungen Fachkräften zu machen. In diesem Zusammenhang empfiehlt Voelcker den Unternehmen weiter, sich bei der Verpflichtung zu beeilen, da die Nachfrage nach qualifiziertem Personal weiterhin sehr hoch sei. Vor allem in der Metall- und Elektroindustrie ist die Nachfrage nach qualifizierten Bewerbern weiterhin auf einem hohen Niveau. Trotz dieser Entwicklung beschreiben die aktuellen Arbeitslosenzahlen keinen neuerlichen Abwärtstrend.
Dass sich der Arbeitsmarkt trotz der Verschnaufspause im Sommer weiter positiv entwickelt, zeigen die saisonbereinigten Daten. Werden die jahreszeitlich üblichen Schwankungen herausgerechnet, ist die Zahl der Arbeitslosen sogar rückläufig. Volkswirte hatten hier zwar einen etwas stärkeren Rückgang erwartet. Beunruhigend ist das Ergebnis dennoch nicht. Welche Auswirkungen das von Experten und Verbrauchern prophezeite Ende des deutschen Booms hat, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden. Mit einer Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt muss aber wohl langfristig gerechnet werden. Auch wenn die Experten zunächst von einer Erholung ab September sprechen, wenn viele Schulabsolventen eine Ausbildung antreten oder ein Studium beginnen.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Goslar sind zum Ende des Monats Juli 7.312 Personen arbeitslos gemeldet. Diese Zahl entspricht einem Anstieg um 2,3 Prozent. Demnach zählen die Statistiker 165 Arbeitslose mehr. Ein Blick auf den Monat Juli des Vorjahres macht jedoch deutlich, dass die allgemeine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv verlaufen ist. Im Juli 2010 waren 284 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote belief sich auf 9,6 Prozent und wird aktuell mit 9,3 Prozent angegeben. Im gesamten Agenturbezirk hat Seesen die geringste Arbeitslosenquote. 8,1 Prozent (1.394 Arbeitslose) der Bevölkerung im Stadtgebiet sind ohne Arbeit. Die höchste Arbeitslosigkeit haben die Arbeitsmarktexperten im Stadtgebiet Bad Harzburg ermittelt. Dort sind 11 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung als arbeitslos gemeldet.
Die Zahl der Jugendarbeitslosen liegt gerechnet am Gesamtanteil der Arbeitslosenquote bei 11,1 Prozent. Das entspricht 814 Arbeitslosen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Im Vormonat waren 617 Jugendliche im erwerbsfähigen Alter ohne eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. In Seesen sind 187 Jugendliche Ende Juli als arbeitslos gemeldet. Im Juni waren es nur 136.