Kann der Haussperling seine Vormachtstellung halten?

Stunde der Wintervögel: NABU Niedersachsen legt die erste Trendmeldung vor

Der NABU Niedersachsen legte jetzt eine erste Trendmeldung zu der „Stunde der Wintervögel“ vor. Nach den online und telefonisch eingegangenen Meldungen haben sich über 3.000 Vogelfreunde (3.014) aus ganz Niedersachsen an der Aktion beteiligt. Damit liegen die niedersächsischen Teilnehmer bundesweit an der dritten Stelle.
Der häufigste Wintervogel Niedersachsens ist der Haussperling, gefolgt von der Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel auf den weiteren Plätzen. Große Vogelarten, die gerne in Schwärmen auftreten, scheinen die Gewinner der dies­jährigen Stunde der Wintervögel zu sein. Dieser niedersachsen- und auch bundesweite Trend zeigt sich am Platz 1 für den Haussperling in Niedersachsen sowie an der Zunahme bei Rabenkrähe, Wacholderdrossel und der knapp 50-prozentigen Zunahme an Beobachtungen für den Vogel des Jahres 2012, der Dohle.
Bei den gemeldeten Vogelarten steht auch alles im Kontext mit der milden Witterung: „Nordische Wintergäste sind in diesem Jahr fast völlig ausgeblieben. Es sind lediglich Bergfinken (Rang 35, 172 Exemplare) zu erwähnen und einige Misteldrosseln, aber beispielsweise kein Einflug des Seidenschwanzes sowie auch 564 Erlenzeisige, der damit auf Rang 22 liegt und somit weitaus geringe Zahlen wie im Vorjahr“, berichtete der NABU.
Die Schwarzdrossel, also die Amsel, bundesweit auf Platz 5 und landesweit auf Platz 6 liegend, hat niedersachsenweit einen Rückgang von 30 Prozent bei den Beobachtungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Wie dies in den einzelnen niedersächsischen Landschaftsräumen aussieht, lässt sich genauer erst mit dem Endergebnis einschätzen.
Das Rotkehlchen hat einen landesweiten Rückgang von einem Drittel bei den beobachteten Exemplaren, während typische Futterhausbesucher wie der Kleiber und der Eichelhäher bislang seltener beobachtet wurden. Interessant sind Meldungen von Hausrotschwänzen und Mönchsgrasmücken, die zu dieser Zeit gar nicht hier sein dürften. „Hier wird man genauer hinschauen müssen, ob noch weitere beobachtet werden und sich eventuell Hinweise auf eine verfrühte Rückkehr ergeben“, erklärte der NABU.
Diese Reihenfolge und die Beobachtungen können sich natürlich noch ändern, wenn in den nächsten Tagen weitere Teilnahmebögen und online-Meldungen unter www.stundederwintervoegel.de eingehen, erklärte der NABU Niedersachsen. Die Aktion fand in diesem Jahr zum zweiten Mal in Niedersachsen statt. Der Einsendeschluss für die Meldebögen ist Montag, 16. Januar (Datum des Poststempels), deren Ergebnisse dann auch noch in die Auswertung einfließen werden.
Bei der NABU Stunde der Wintervögel haben 3.000 Teilnehmer ihre Meldungen online oder telefonisch abgegeben. Der Haussperling ist nach dieser ersten Trendmeldung mit 13.650 Exemplaren der häufigste Wintervogel in Niedersachsen. Es folgen Kohlmeise mit 13.306 Exemplaren, Blaumeise (9.925), Feldsperling (8.666) und Amsel (7.376). Doch daran kann sich bis zur Endauswertung natürlich noch einiges ändern. Bei den nachfolgenden Arten sei noch „alles offen“, so der NABU Niedersachsen. Ihre Zahlen liegen recht eng beieinander, besonders die von Amsel und Grünfink.