(K)ein Lob dem Abitur

Insgesamt 47 Abiturienten verließen in diesem Jahr das Jacobson-Gymnasium in Seesen.

Kritische Worte bei Entlassfeier von Stefan Bungert / Traumabi-Note für Charlotte von Petersdorff-Campen

Nach der Oberschule hatte auch das Jacobson-Gymnasium für die Abgänger des Jahres 2017 am Freitag den letzten Schultag vorgesehen.

Ein relativ kleiner Abiturientenjahrgang – 47 an der Zahl – verließ an diesem Tag die Schule – nach zwölf Jahren, denn der erste Jahrgang, der wieder 13 Schuljahre absolviert, wird erst 2021 verabschiedet werden. Ab dann gilt wieder ganz das „G9“.
Nach der Begrüßung durch Oberstufenkoordinator Wilfried Reimer setzte sich Schulleiter Stefan Bungert in seiner Rede kritisch mit dem Abitur auseinander. Seit Einführung des Zentralabiturs in Niedersachsen im Jahre 2006 ist der Anteil der Abiturienten an der Gesamtschülerzahl ständig im Steigen begriffen; „Seltsamerweise”, so Bungert, „sind gleichzeitig damit auch der Anteil der Abiturienten mit dem Traumergebnis 1,0 und die Durchschnittsnote ständig gestiegen. Ein Grund zur ungetrübten Freude? – Mitnichten!”
Zwar gebe es auch am Jacobson-Gymnasium eine Reihe von Spitzenleistungen: Neun Abiturienten haben einen Schnitt mit einer 1 vor dem Komma erreicht, einmal sogar mit der Traumnote 1,0. Weitere 11 Abiturienten erreichten einen Schnitt von 2,5 oder besser.
Doch ändere das nichts an der Tatsache, dass Niedersachsens Abiturdurchschnittsnote im bundesweiten Vergleich weiterhin auf dem letzten Platz firmiert – und das bedeutet nicht etwa, dass die niedersächsischen Schulen oder Lehrer schlechter oder die Schülerinnen und Schüler dümmer wären, sondern es sei vor allem der mangelnden Vergleichbarkeit des Abiturs zwischen den Bundesländern geschuldet, kritisierte Bungert.
Das liege zunächst daran, dass die eigentlichen Abiturprüfungen nur ein Drittel der Endnote ausmachen; zu zwei Dritteln setzt sie sich aus Vorleistungen zusammen; vor allem aber liegt es daran, dass es in 16 Bundesländern 16 unterschiedliche Oberstufen- und Abiturverordnungen gibt.
In manchen Ländern zählen die Kurse auf erhöhtem Niveau doppelt für die Abiturnote, in anderen nicht. Mal müssen nahezu alle Kurse in die Endwertung eingebracht werden, mal nicht. Mal erfolgt wie bei uns in fünf Fächern eine Prüfung, mal nur in vieren.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 21. Juni 2017.