Kein Platz für Gewalt gegen Retter

Landrat Thomas Brych (2. von rechts) präsentiert hier mit Betriebsleiter Thomas Ebert (rechts) die großformatigen Aufkleber, die künftig auf den Rettungswagen prangen.

Rettungsdienst der Kreiswirtschaftsbetriebe startet Anti-Gewalt-Aktion

„Keine Gewalt gegen Retter“ unter diesem Motto hat der Rettungsdienst der Kreiswirtschaftsbetriebe (KWB) des Landkreises Goslar eine Anti-Gewalt-Aktion gestartet. Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung für die zunehmende Gewalt gegenüber Rettungskräften zu sensibilisieren.
Bundesweit ist ein Anstieg von Übergriffen gegenüber Rettungskräften zu beobachten. Diese spielen sich in der Hauptsache verbal ab, gehen jedoch mitunter auch mit Körperverletzungen einher.
Auch im Landkreis haben die Attacken auf Rettungskräfte zugenommen, gehören aber glücklicherweise noch nicht zum Alltag. In den meisten Fällen stehen die Täter unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, schildern die Einsatzkräfte ihre Erfahrungen
Landrat Thomas Brych erklärte, dass er mit der nun gestarteten Aktion die Hoffnung verbinde, eine Diskussion in Gang bringen zu können, die sich mit dem Phänomen der zunehmenden Gewaltbereitschaft auseinandersetzt. „Es kann und darf nicht sein, dass die Retter in der Not selbst zu Zielscheiben werden und bei der Ausübung ihrer Tätigkeit um ihre Gesundheit bangen müssen. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass wir die Bürgerinnen und Bürger für dieses wachsende Problem sensibilisieren können“, so Landrat Thomas Brych.
Pro Jahr sehen sich die Einsatzkräfte im Landkreis Goslar etwa 50 verbalen und rund fünf bis zehn körperlichen Übergriffen ausgesetzt. In Relation zu den rund 40.000 jährlichen Einsätzen bewegt sich die Zahl zwar noch im unteren Prozentbereich, doch laut Aussage von Landrat Brych „ist jede Attacke eine zu viel“.
Im Rahmen des im Rettungsdienst vorhandenen aktiven Qualitätsmanagements erfolgte im Mai 2017 die Einführung eines Meldebogens über Gewalt in Einsätzen. Diese werden evaluiert und fortan in einer Jahresstatistik zusammengefasst. Seit Mai dieses Jahres wurden bereits drei tätliche Übergriffe dokumentiert.
Um auch die Rettungskräfte noch besser auf die Herausforderungen im Einsatzgeschehen vorzubereiten, wird ein achtstündiges Deeskalationstraining mit einem erfahrenen Polizisten-Team angeboten. Dabei geht es um das Erkennen von verdächtigen Gesten, auffälliger Sprache und Körperhaltung. Weitere Themen des Trainings sind unter anderem die Nutzung der eigenen Aus- und Ansprache sowie die Haltung als Mittel zur Deeskalation.
Die speziell für diese Aktion entwickelten, großflächigen Aufkleber sind ab sofort auf allen 14 Rettungswagen aufgebracht.