Kinderärzte-Streit geht zu Lasten der Kinder

Nur kurz währte die Freude über eine zweite Kinderärztin in Seesen. Annegret Voigt, die in der Praxis von Dipl.-Med. Eva-Maria Heinrich praktizierte, musste ihre Tätigkeit vor Pfingsten einstellen. Ein Umstand, der viele Eltern auf die Barrikaden gebracht hat.

Weil Annegret Voigt das Praktizieren einstellen muss, kochen die Emotionen derzeit über

Wohin gehe ich mit meinem kranken Kind? Selten bis nie hat diese Frage die Seesener Elternschaft mehr bewegt als in diesen Tagen. Und zwar genau seitdem bekannt geworden war, dass die in Seesen neu ansässige Ärztin für Kinderheilkunde, Annegret Voigt, nicht mehr praktizieren darf (der „Beobachter” berichtete in der Vergangenheit mehrfach zum Thema). Zahlreiche Eltern können die Entscheidung zu Lasten der ärztlichen Versorung ihrer Kinder naturgemäß nicht nachvollziehen und wenden sich hilfesuchend an die Öffentlichkeit, aber auch an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und jetzt auch an die Politik. In den sozialen Netzwerken wie facebook, aber auch in einigen Whats-App-Gruppen kochen die Emotionen nach Recherche unserer Zeitung über. Grund dafür ist augenscheinlich die Tatsache, dass der seit vielen Jahren in Seesen praktizierende Kinderarzt Dipl.-Med. Detlef Langer sein Recht wahrgenommen hat und gegen eine zuvor getroffene Positiv-Entscheidung des Zulassungsausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung Widerspruch beim Berufungsausschuss eingelegt hatte. Seither muss Annegret Voigt ihre Tätigkeit als Kinderärztin einstellen – und zwar von einem Tag auf den anderen – ein Umstand, der nicht nur sie, sondern auch und insbesondere Eltern, die ihre Kinder hier behandeln lassen wollten, arg belastet.
Hilfe suchend haben sich einige Eltern nun an die Kassenärztliche Vereinigung gewandt, mit der dringenden Bitte um Unterstützung. Die Mütter und Väter können absolut nicht verstehen, warum die Kinderärztin das Praktizieren von einem Tag auf den anderen einstellen musste und geben ihrem Unmut daher auch freien Lauf.
Des Weiteren wollen die Eltern an den Landtagsabgeordneten Rudolf Götz herantreten, mit der Bitte, eine Petition ins Leben zu rufen. „Wir hoffen mit diesem Schritt auch auf die Unterstützung von politischer Seite”, so Manuela Kolodziej, die sich als Mutter zweier Kinder gegen die Einstellung der Tätigkeit von Kinderärztin Annegret Voigt mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzt.

Der Beobachter wird in der morgigen Ausgabe (28. Mai) über das Thema berichten. Wir haben dafür alle Hintergründe durchleuchtet und sagen, wie es jetzt weitergehen kann.