Klassik im Klassenzimmer

Witold Furmanowicz und Gintaras Janusevicius wurden nicht ohne Zugaben entlassen.

Schülern des Jacobson-Gymnasiums das Fagott als Soloinstrument nahe gebracht

Ob die Schüler die Namen der Musiker behalten haben, darf bezweifelt werden, aber den Namen des Instrumentes werden sie nach dieser Veranstaltung ganz sicher nicht vergessen.

Witold Furmanowicz und Gintaras Janusevicius heißen die beiden Musiker, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Klassik im Klassenzimmer“ in diesem Jahr zu Gast am Jacobson-Gymnasium Seesen waren und dem Musikkurs des zehnten Jahrgangs sowie einer fünften Klasse das Fagott als Soloinstrument nahegebracht haben.
Furmanowicz (Fagott) und Janusevicius (Klavier) haben sich 2012 in Hannover kennengelernt. Seit 2014 konzertieren sie auch regelmäßig als Duo oder in größeren Besetzungen. Eine große Rolle spielt für die beiden Künstler und Instrumentalpädagogen ihr Programm für Kinder und Jugendliche, welches Werke von bekannten Komponisten wie Vivaldi, Beethoven, Mozart und Gounod, aber auch moderne Stücke beinhaltet. Bei ihrem Besuch am JGS erklärte der aus Polen stammende Furmanowicz den Aufbau und das Prinzip des Fagotts. Dabei gelang es ihm durch seine lustige charmante und unterhaltsame Art von Anfang an, die Aufmerksamkeit der Schüler geschickt auf das zuvor eher wenig bekannte Holzblasinstrument zu lenken. Hilfreich dafür waren sicherlich die Bezüge zur Lebenswelt ihres jungen Publikums, wie zum Beispiel der Vergleich der Gesamtlänge des Fagotts mit den Körpermaßen des WM-Torhüters Manuel Neuer.
Die Vorstellung des Instruments und die Beantwortung der Schülerfragen wurden immer wieder durch Musikbeispiele aufgelockert. Dazu hatte sich das Duo vorab kein festes Programm zurechtgelegt, sondern reagierte gekonnt auf ihre Zuhörerschaft und stimmte die Auswahl, meist festgelegt durch den „DJ“ am Klavier, auch auf die Schülerfragen ab. Dabei konnten die beiden aus einem stilistisch abwechslungsreichen Repertoire schöpfen, das auch den unterschiedlichen Zielgruppen gerecht wurde. So waren die Schüler des zehnten Jahrgangs zu Recht von der Virtuosität des 1. Satzes aus dem von Antonio Vivaldi komponierten ersten Konzertes für Solofagott überhaupt fasziniert, während sich die Fünftklässler freuen konnten, die Melodie von „Teddy Bears Picnic“ wiederzuerkennen. Besonders bei den Klassikern der Fagottliteratur, bei denen das Klavier den gesamten Orchesterpart übernehmen musste, konnte auch Janusevicius mit höchster Professionalität und Virtuosität überzeugen. Doch auch die Schüler wurden musikalisch mit eingebunden und zwar als off-beat-Percussion in Anthony Hedges Swingstück „Willow Walk“.
Beenden durften die beiden Musiker ihre Darbietung dann auch erst nach zwei Zugaben.